Licht für die Welt.

„Dein Wort ist meinem Fuß eine Leuchte, ein Licht für meine Pfade“ (Ps 119, 105 EÜ).

Unter diesem Motto sind am gestrigen Sonntagabend (20.11.2011) etwa 100 Gemeindemitglieder der Frauenlandgemeinden Martin-Luther, Unsere Liebe Frau und St. Barbara zu einem gemeinsamen, ökumenischen Lichterzug mit anschließender Andacht zusammen gekommen. Ich hatte auch hier im Blog auf die Veranstaltung hingewiesen.

Die Teilnehmer trafen sich um 18 Uhr in den drei Pfarrkirchen, um den Abend dort mit einem gemeinsamen Psalmengebet und einer kurzen Einführung zu beginnen. In den Pfarrkirchen wurden an alle Teilnehmer kleine Laternen verteilt, welche die Firma J.E. Schum freundlicherweise gestiftet hatte.

Von den Pfarrkirchen ging es in Form eines Sternzuges zur Klosterkirche Mariannhill, wo Pfarrer Niko Natzschka (Martin-Luther), Pfarrer Matthias Konrad, Kaplan Friedrich Vystrcil, Pater Hermann Kraus und Diakon Klaus Heßdörfer (alle St. Barbara und Unsere Liebe Frau) gemeinsam die Andacht leiteten. Nach einer guten Tradition predigt bei den ökumenischen Gottesdiensten der Frauenlandgemeinden immer der „Gastpfarrer“, in diesem Fall also Niko Natzschka. In der fast voll besetzten Herz-Jesu-Kirche erzählte er von Oleg Popov, dem berühmten russischen Clown, der in seinen Auftritten immer wieder das Scheinwerferlicht als zentrales Element einsetzt. Sehr anschaulich beschrieb Pfarrer Natzschka eine Szene, in der der Clown eine Zeit lang dem wandernden Lichtkegel in der Manege hinterherläuft, um sich darin zu wärmen. Schließlich fängt er das Licht kurzerhand in seiner Tasche ein und schüttelt es anschließend über das ganze Zirkuszelt aus, welches dadurch plötzlich in strahlendes Licht getaucht wird.

Mit diesem Bild wollte der Prediger die Wichtigkeit des Lichts für unser Leben verdeutlichen. Und so wie Gott eine Leuchte im Leben des Christenmenschen ist, so sollen auch die Christen dieses Licht in die Welt bringen, um sie wieder ein Stück heller werden zu lassen.

Schließlich müssten alle Christen auch dankbar sein, für diese Gabe und alle Gaben Gottes. Pfarrer Natzschka sagte, er sei „dankbar für seine Frau, die ihm jede Nacht die Decke wegzieht, denn das bedeutet, dass er nicht alleine ist; dankbar für die Kleidung, die zu eng geworden ist, denn das bedeutet, dass er genug zu essen hat; dankbar für das Haus, dass er jede Woche putzen muss, denn es bedeutet, dass er ein Dach über dem Kopf hat; dankbar für den Kinderlärm aus dem benachbarten Kindergarten, denn es bedeutet, dass diese Gesellschaft eine Zukunft hat; dankbar für das Geläut der benachbarten Pfarrkirche Unsere Liebe Frau, denn es bedeutet, dass er Brüder und Schwester in der Ökumene hat, und schließlich auch dankbar für den Wecker, der ihn jeden Morgen aus den Träumen reißt, denn es bedeutet, dass er noch lebt“.

Im Anschluss brachten Vertreter aller drei Gemeinden selbst verfasste Fürbitten vor. Nach dem gemeinsamen Gebet des Vater Unser und einem Abschlusssegen, waren alle Teilnehmer noch zu einem Empfang im angrenzenden Foyer des Klosters Mariannhill geladen. Viele der Besucher machten dabei von der besonderen Gelegenheit gebraucht, die Stufen im Turm der Mariannhiller Kirche hoch zu steigen, und dort das Missionsmuseum anzuschauen. Im Turmzimmer gleich unterhalb des stadtbildprägenden, beleuchteten Kreuzes hat man zudem eine grandiose Sicht über die Stadt Würzburg. Für viele Besucher – evangelisch wie katholisch – war es der erste Kontakt mit dem Kloster, was auch durch ein insgesamt großes Interesse an Orden und Missionstätigkeiten zum Ausdruck kam. Einige anwesende Ordensbrüder, unter ihnen auch Provinzial Dr. Hubert Wendl, welchem Pfarrer Konrad eingangs für die große Gastfreundschaft dankte, waren den ganzen Abend über mit verschieden Besuchern im Gespräch. Besondere Beachtung fand auch die kleine Ausstellung zu Engelmar Unzeitig, einem Mariannhiller Pater, der im Jahr 1945 im KZ Dachau zu Tode kam und von der katholischen Kirche als Märtyrer anerkannt wird.

Am Rande des Empfangs einigten sich die beiden Frauendland-Pfarrer Natzschka und Konrad darauf, dass nach Möglichkeit auch in Zukunft die ökumenischen Gottesdienste der drei Gemeinden im Rahmen eines solchen, besonderen Glaubenserlebnisses gefeiert werden sollten. Das große Interesse und die breite Unterstützung durch die Gemeindemitglieder zeigen, dass, die Ökumene im Frauenland auf einem guten Weg ist.

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