Einmal Dankschön sag’n.

„Manche Leut’ leih’n dir ihr Ohr,
and’re zieh’n in dein Herz ein
Und a paar Freund’werd’n immer,
wenn du sie brauchst, für dich da sein
Kollegen, die seit dreißig Jahren
sich mit dir freu’n und plag’n
Und weil man ‘s vielleicht noch nie g’sagt hat
Sollt’ man einmal Dankschön sag’n“

Durch einen wunderbaren Zufall kommt diese Tage die aktuelle Ausgabe des SWmagaz.in zum Thema Ehrenamt und Dankbarkeit. Ein Zufall deswegen, da am morgigen Donnerstagabend der alljährliche Dankabend für die (ehrenamtlichen) Mitarbeiter der Gemeinde stattfindet.

Ich hatte sowieso vor mal ein paar Zeilen zu diesem Thema zu verfassen, das SWmagaz.in hat mich aber jetzt letztendlich dazu veranlasst den Plan auch in die Tat umzusetzen.

Der Jürgen Kohl vom Revista Verlag hat für das aktuelle SWmagaz.in einen Prolog geschrieben, dem ich voll und ganz zustimmen möchte. Er hat von der hohen Zahl an ehrenamtlich Engagierten geschrieben und von der Problematik der öffentlichen Wertschätzung.

Das Ehrenamt lebt, funktioniert und trägt die Gesellschaft in erheblichem Maße. Davon bin ich überzeugt und ich glaube, dass mir da die meisten auch zustimmen werden.

Aber es ist tatsächlich so, dass das Ehrenamt in der Öffentlichkeit teilweise zu wenig Wertschätzung erfährt. Für viele, gerade jüngere Ehrenamtliche, wird es zunehmend schwerer ihre Ämter auszuüben, da die äußeren Umstände nicht gerade unterstützend wirken, um es mal sachte auszudrücken. Im SWmagaz.in bringt unter anderem der Julian Bauer (S. 34) dieses Problem zur Sprache. Gerade Jugendliche müssen heute wesentlich mehr Zeit für die Schule aufwenden, als dies noch vor ein paar Jahren der Fall war. Dass ein Ehrenamt auch eine ganz hervorragende Schule sein kann, bleibt dabei unbeachtet. Die gesellschaftlichen Normen scheinen heute ausschließlich messbare Leistungen zu fordern.

Aber dieses Problem beschränkt sich ja nicht nur auf Jugendliche, sondern zieht sich durch alle Altersschichten. Und es geht auch nicht ausschließlich um die Zeit. Manchmal geht es um ganz profane Dinge, wie finanzielle Entschädigung. Ehrenamt soll nicht bezahlt werden, aber es soll auch nichts kosten. Ich kann beispielsweise aus meiner Pfarrjugend erzählen, dass wir bis vor einiger Zeit den Gruppenleitern und Verantwortlichen für ihre Teilnahme an Jugendfreizeiten einen Teilnehmerbeitrag abnehmen mussten. Mittlerweile legen wir die Kosten um, wodurch es für die Kinder, bzw. deren Eltern teurer wird. Aber was für eine Situation ist das denn, wenn jemand eine Woche mit Kindern wegfährt, in dieser Zeit rund um die Uhr für die Kinder verantwortlich ist und sich um sie kümmert, und dann aber noch dafür bezahlen soll?

Oftmals werden Ehrenamtliche darüber hinaus nicht mehr nur zur Unterstützung der Hauptamtlichen eingesetzt, sondern als Kompensation für vermeintlich eingesparte Stellen.

Ich will damit die Situation nicht schlechter Reden, als sie ist. Wie gesagt, das Ehrenamt lebt und das nicht schlecht. Ich will damit verdeutlichen, dass Wertschätzung und Dankbarkeit gegenüber den „Schaffern“ vielleicht wichtiger denn je sind.

Und damit will ich nicht um Würdigung meiner Tätigkeiten betteln, denn diese bekomme ich oft genug. Da ich mit meinen ehrenamtlichen Tätigkeiten – mehr oder weniger – in der Öffentlichkeit stehe, gibt’s schon mal ein Lob und ein paar unterstützende Worte. Das reicht mir. Aber es gibt auch viele andere, deren Tätigkeiten wenig Beachtung finden.

Und in diesem Zusammenhang ist der jährliche Dankeschön-Abend unserer Gemeinde wirklich Gold wert. Jedes Jahr werden dazu so ziemlich alle (regelmäßigen) Mitarbeiter zu einem kostenlosen Buffet mit Umtrunk und Jahresrückblick eingeladen, insgesamt vielleicht 80 Leute. Und jedes Jahr werden einzelne Personen, bzw. Gruppen besonders gewürdigt. Dieses Jahr werden zwei Frauen besonders geehrt, die nach Jahrzehnten aus der wertvollen Arbeit als Taufkatechetinnen aussteigen (das sind diejenigen Laien, die v.a. Eltern in der Zeit vor der Taufe ihrer Kinder darauf vorbereiten). Ich wünsche den beiden ihre Ehrung jedenfalls von ganzen Herzen!

Aber allen anderen, (für mich) völlig unbekannten Ehrenamtlichen muss man eben auch öfter mal Danke sagen. Das SWmagaz.in hat das jetzt getan, wofür ich wiederum sehr dankbar bin.

In diesem Zusammenhang gibt’s jetzt noch ein kleines Lied von STS. Ein paar Zeilen daraus hab ich schon für Titel und Anfang dieses Beitrags benutzt.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s