Mein Vorweihnachtsgeschenk.

Ich hab mir heute selber mein erstes (vor-) weihnachtliches Geschenk dieses Jahr gemacht. Dabei handelt es sich um einen portablen, digitalen Audio Recorder. Mancher kennt diese Teile vielleicht aus dem Fachhandel. Die bekanntesten Geräte kommen aus dem Hause Zoom und kosten ca. €150 aufwärts. So etwas kann man beispielsweise als hochqualitatives Diktiergerät (Interviews, o.ä.), einfaches Musikaufnahmegerät, oder auch als Podcast Recorder verwenden. Ich wollte mir schon länger mal so ein Teil anschaffen, um mich ab und zu mal selber auf der Gitarre aufnehmen zu können. Allerdings hatte ich zum „Standard-Gerät“ Zoom H2 hauptsächlich negative Kritiken gelesen. Und wer gibt schon gerne €150 für ein Gerät aus, mit dem er hinterher nicht zufrieden ist?

Der Zufall hat aber gewollt, dass ich über den PDR-1 Recorder gestolpert bin. Dieser wiederum stammt aus dem Hause Conrad (hat sicher jeder schonmal gehört). Der Preis von gerade mal schlappen €10 spricht mit Sicherheit nicht unbedingt für atemberaubende Qualität, da muss man sich nichts vormachen. Ich hab mir trotzdem gedacht, dass ich das einfach mal ausprobiere; auch auf Empfehlung eines Freundes.

Jetzt habe ich das Teil heute in die Finger bekommen und schon ein bisschen damit rumgespielt. Ich bin erst mal ziemlich begeistert!

Das Gerät kommt optisch eher bescheiden daher, die Verarbeitung wirkt aber nicht billig. Für eine wirkliche Hosentaschentauglichkeit ist es etwas zu groß, was mich persönlich aber nicht weiter stört. Der Strom kommt aus zwei 1,5V-AA-Batterien (Lieferumfang; das Gerät lässt sich auch auf 1,2V umschalten, was wohl für Akkus gedacht ist). Der interne Speicher ist mit 128MB nicht wirklich der Rede wert, allerdings würden die wohl bei entsprechenden Einstellungen durchaus auch einige Zeit ausreichen. Per SD-Karte lässt sich der Speicher bis 4GB erweitern. Im Lieferumfang finden sich außerdem noch ein USB-Kabel (Typ Mini-B), ein paar äußerst billige Ohrhörer und zwei externe Mikrophone.

Die Mikrophone sind sowieso interessant. Sowohl die beiden integrierten, als auch die beiden externen Mikros sind Kleinmembran-Kondensatormikrophone (die geringe Membrangröße liegt irgendwie auf der Hand…). Ich weiß nicht, ob das irgendwie herausragend ist, aber für den Sound ist es allemal eine gute Sache! Kondensatormikros haben nunmal die Angewohnheit, dass sie wesentlich schneller ordentlich ansprechen als bspw. billige Piezos. Die besten Mikros nutzen aber nichts, wenn der gute Ton nicht auch ordentlich auf die Platte gebracht wird. Dafür sind die beiden externen Mikros schonmal mit 6,3mm Klinken versehen (mono, logischerweise). Die Abtastraten für die Aufnahme sind soweit auch in Ordnung. WAV kann mit 16 oder 24 bit bei maximal 96, bzw. 48 kHz aufgenommen werden, mp3 läuft bis maximal 48 kHz (die Soundbeispiele sind alle als mp3 mit 48 kHz aufgenommen).

Die beiden Mikroeingänge dienen gleichzeitig auch als Audio-Eingänge, bspw. für eine E-Gitarre. Die Aufnahmen kommen aus dem Gerät entweder als Daten über USB oder SD-Karte, oder als Ton über Kopfhörerausgang (3,5mm Stereo-Klinke) oder Line-Out.

Neben einem Hold-Schalter (ich hab keine Ahnung, wofür der gut sein soll…) gibt es noch zwei Wahlschalter. Der eine regelt die Empfindlichkeit der internen Mikros (Hoch – Tief – Ganz aus). Der andere ist zur Auswahl des Input-Gerätes, sofern man denn eines/mehrere angeschlossen hat (externe Mikros – E-Gitarre – Line-Gerät). Die Tasten auf der Vorderseite sind ja selbsterklärend.

Ich hab den Recorder jetzt erst mal vorrangig mit meiner Akustik-Gitarre getestet. Dabei hab ich jeweils zwei Aufnahmen mit den internen und den externen Mikros gemacht. Die internen Mikros nehmen wesentlich mehr Hintergrundrauschen auf, was man doch recht deutlich hört. Mit den externen Mikros sind die Ergebnisse aber doch erstaunlich gut! Einzig wirkliches Problem ist allerdings, dass die Mikros fast zu sensibel sind. So muss man eigentlich für jede Spielart (im wahrsten Sinne des Wortes) den Eingangspegel neu einstellen. Man merkt bei der Strummingaufnahme über die externen Mikros recht deutlich, dass die Aufnahme stellenweise erheblich übersteuert. Leider ist das aber kein „schönes“ übersteuern, das man im Sinne eines Verzerrers einsetzen könnte.

Die externen Mikros hatte ich beide auf der Gitarrendecke platziert: Eines hinter dem Steg und eines recht nahe am Hals. Bei den Aufnahmen mit den internen Mikros hatte ich den Recorder in ca. 40 cm Abstand auf Höhe des Schalloches platziert.

Hier die Soundbeispiele. Zunächst Picking mit internen Mikros:

Strumming mit internen Mikros:

Strumming mit externen Mikros:

Picking mit externen Mikros:

Die Picking-Aufnahme mit den externen Mikros finde ich wirklich überragend gut, mit einem solchen Sound hätte ich beim besten Willen nicht gerechnet. Und das war ja nur ein erster, schneller Versuch. Da lässt sich sicher noch mehr rausholen. Zugegeben, die massive Fichtendecke und der große Korpus tragen bestimmt auch ein Stück weit zur Qualität der Aufnahme bei.

Auch besonders positiv aufgefallen ist mir die Hinterbandkontrolle über den Kopfhörerausgang. Stellt man die Kopfhörerlautstärke entsprechend hoch ein, hat man eine wirklich gute Livekontrolle der eigenen Aufnahme; und das bei minimaler Latenz.

Wie gesagt, bisher habe ich nur Aufnahmen meiner Akustik-Gitarre gemacht. Ich werde aber bei nächster Gelegenheit das Ganze auch mal mit E-Gitarre testen. Und wenn alles klappt, werde ich auch bald mal eine Sprachaufnahme machen und sehen, ob sich das Gerät ggf. auch dafür eignet.

Fazit: Für zehn Euro ist das ein Wahnsinnsteil! Hat sich jedenfalls gelohnt, mein kleines, persönliches Vorweihnachtsgeschenk. 🙂

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