#rp12 – Tag 2 (Live von der Stage 2!)

Update 1

Es ist jetzt kurz vor halb drei, Zeit für ein kleines Zwischenfazit des zweiten Tages.

Ich hab heute erst zwei Sessions gesehen, was daran liegt, dass ab 12 Uhr erst mal nur Sessions waren, die mich über die Maßen interessiert haben. Außerdem wollt ich die Gelegenheit für einen kurzen Trip durch die Stadt und die ein oder andere Besorgung nutzen.

Um 10:00 Uhr ging es wie geplant mit der Session von Tim Pritlove los: „Die Wiederentdeckung der Langsamkeit – Warum Podcasts funktionieren“. Was mir besonders aufgefallen ist: Tim Pritlove ist nicht nur in seinen Podcasts sehr unterhaltsam, sondern auch auf der Bühne. Den Podcastern unter euch empfehle ich dringend die Session im Nachgang noch mal auf youtube anzusehen. Ein paar Notizen hab ich mir aber gemacht, die ich euch auch nicht vorenthalten will.

Sehr witzig fand ich seine Feststellung, dass Podcasts (u. a.) von Early Adoptern und Bloggern gemacht werden. Witzig deshalb, weil ich als Stammhörer von schweinfurt und so natürlich weiß, dass sich weder der Florian Kohl als Early Adopter bezeichnen lassen mag, noch der Alexander von Halem als Blogger. Interessant war auch seine Meinung zu Technik-Podcasts. Diese wären gar nicht so sehr Nerd-Zentriert, wie man vielleicht denken würde. Denn durch Adaption wird aus aktuell noch zukunftsweisender Technik irgendwann ein vollkommen gängiges „Ding“, über das Niemand mehr im Zusammenhang mit „Technik“ sprechen würde (Beispiel: Emails). Gerade für die Hörer auf der re:publica war sicherlich die These bestimmt, dass Podcasts eine Art permanenter re:publica sind. Immerhin wird in Podcasts fortwährend eine Debatte zu bestimmten Themen geführt, und das auch auf entsprechendem Niveau, die sonst nur bei eben solchen Veranstaltungen auftauchen; zumindest besteht die theoretische Möglichkeit dazu. Einen letzten Punkt noch zu dieser Session: re:live. Ja, damit konnte ich auch erst mal nichts anfangen. Aber er hat es dann erklärt; und ich finde es super! Es geht im Kern um die Idee, Podcasts zwar zu einem bestimmten Termin auszustrahlen, sie aber vorher schon aufzuzeichnen. Dadurch besteht weiterhin die Möglichkeit für die Hörer untereinander Feedback per Chat, twitter & Co. auszutauschen, die Podcaster selber haben aber darüber hinaus auch die Möglichkeit, sich an der Debatte zu beteiligen, da sie ja nicht durchs podcasten „abgelenkt“ sind. Klasse Idee, würd ich gern öfter sehen.

Update 2

Nachdem heute Mittag im Starbucks beim Marlene-Dietrich-Platz die Zeit nicht mehr gereicht hatte, schließ ich da jetzt wieder an.

Die erste Session des Tages hatte ich ja soweit schon besprochen. Ein kleiner Nachtrag noch: Ich hab mich im Nachgang noch mit einem von mir sehr geschätzten Podcaster, dem Patrick Breitenbach, unterhalten. Der war auch bei der Pritlove-Session und fand wohl vor allem die Idee eines Audio-Web (die Abkehr von der Fokussierung des Netzes auf Text) sehr interessant. Ich muss zugeben, dieser Punkt war mir zunächst nicht sonderlich wichtig erschienen, auch weil ich ihn nicht einordnen konnte. Das zeigt mir aber doch in erster Linie, dass die Session sehr vielschichtig war und viele neue Gedankenanstöße lieferte.

So, nächste Session. Direkt im Anschluss fand auf der gleichen Stage eine Session zur Rolle der Social Media im „Arabischen Frühling“ statt.  Dabei ging es in erster Linie um eine Einordnung der verschiedenen Social-Media-Kanäle entsprechend ihrer tatsächlichen Bedeutung für die verschiedenen (demokratischen) Revolutionen des letzten Jahres. Besonders interessant waren dabei für mich zwei Punkte:

Erstens scheint es ein gewisses Problem mit Verzerrung der tatsächlichen Umstände. Ganz einfach erklärt: Wenn auf Facebook eine Meldung geschrieben wird, dass die Aufständischen in Syrien dringend Waffen bräuchten und 10.000 Mal gefällt mir geklickt wird, nehmen „die Medien“ zwar diese 10.000 Klicks war, nicht aber, dass ggf. nur ein kleiner Teil davon tatsächlich von Syrern, bzw. aus Syrien stammt. Es geht hier freilich um das allgegenwärtige Problem der Verifizierung.

Und zweitens haben die verschieden Kanäle ihre jeweils eigenen Aufgaben; auch sehr interessant. Laut einer Umfrage unter „Bürgerjournalisten“ aus Ägypten hatte etwa die Hälfte der Befragten „während der Revolution“ Bilder aufgenommen und per Internet verbreitet. Ein Viertel der Befragten (insgesamt) hat die Bilder via Facebook verbreitet, gerade einmal 5% via twitter. Dabei aber entscheidend: Die Bilder auf Facebook sind in erster Linie „im Land geblieben“, während die Bilder auf twitter letztlich die waren, die im Ausland und von ausländischen Medien wahrgenommen wurden. Klingt für mich tatsächlich aber nachvollziehbar. Bei twitter geht es um die schnelle, knappe Verteilung wichtiger Informationen; bspw. ein Bild. Auf Facebook will (und kann) man eine Geschichte dazu mitverteilen. Wenn ich also eine Demo organisieren wollen würde, täte ich das mittels Facebook tun (geiler Satz, was? :).

Update 3

Sooo. Jetzt habe wir 20:00 Uhr; die letzte Session des Tages – die Royal Revue III – beginnt. In der Zwischenzeit habe ich noch ein paar Sessions gesehen und freu mich fast schon auf den Feierabend 😉

Ich muss mich übrigens entschuldigen, dass alle Updates zusammen erst irgendwann am Abend online gehen. Aber wie es ja zu erwarten war, ist die Internetversorgung hier eher rustikal.

Heute Nachmittag hab ich direkt hintereinander zwei Fernseh-Sessions besucht. Zunächst hat sich die ARD präsentiert (anders kann man das wohl nicht unbedingt bezeichnen). Die Session war etwas enttäuschend, da ein Großteil der Zeit mir irgendwelchen Trailer-Videos draufging. Für mich lieferte die Session keinen großartigen Mehrwert, aber wenn mir noch was einfallen sollte, lass ich euch das wissen 😉

Wesentlich besser war die Session des ZDF im Anschluss. Einerseits wohl, weil die ZDF-Twitterer unglaublich sympathisch sind, andererseits weil es im Anschluss Freibier auf Kosten der Gebührenzahler gab. Beste Session der re:publica! Scherz beiseite. Die Session war wirklich sehr gut, weil sich die anwesenden Mitarbeiter einfach viel Zeit genommen haben, um auf Fragen der Leute einzugehen. Dabei wurden auch wirklich relevante und interessante Fragen gestellt. Zum Beispiel wurde die Frage nach der Versorgung von Beiträgen mit Untertiteln, bzw. ein- und ausblendbarem Gebärdendolmetscher gestellt. Natürlich in erster Linie eine technische Frage. Und die Antwort: Das ZDF wird, nach der Idee von Michael Umlandt, in der nächsten Woche ein Video bereitstellen, in dem sie die technischen Abläufe erläutern werden. So geht das!

Und das war’s für heute. Über die letzten beiden Sessions des Tages (eine feministische Trollsession und die aktuell laufende Revue) schreib ich vielleicht morgen noch mal was. Vielleicht aber auch nicht.

Für heute reicht’s. Lasst’s euch gut gehen.

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2 Gedanken zu “#rp12 – Tag 2 (Live von der Stage 2!)

  1. Deine Zusammenfassungen sind bis dato doch sehr übersichtlich – danke dafür und sehr schade, dass es schon rum ist. Eigentlich wirklich zu wenig Zeit. Man kann ja meist kaum alles verarbeiten, was man gehört hat. Zu viel Hast tut da nicht gut.

  2. Herzlichen Dank! Habs leider nicht früher geschafft, werde aber heute und im Lauf der nächsten Tage noch zwei Beiträge hinterher schieben und die ersten Beiträge überarbeiten (links, etc.). Aber stimmt schon, es gibt viel zu verarbeiten…

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