Siebenundzwanzigeinhalb Monate.

Es ist an der Zeit, einem treuen Weggefährten lebe wohl zu sagen. Mein geliebtes iPhone 3GS darf den wohlverdienten Ruhestand antreten.

Ach, was haben wir in den vergangenen zweieinhalb Jahren nicht alles gemeinsam erlebt… Wir haben gemeinsam die Welt des mobilen Internets entdeckt. Damals, als ich mir zu meinem Geburtstag mein erstes Smartphone mit Datentarif schenkte, hatte ich ja keine Ahnung, welch unglaubliche Weiten sich mir öffnen würden. Wie stolz war ich doch damals im März, als ich nach wenigen Wochen der Eigentümerschaft meine Freunde mittels meines noch fast fabrikneuen iPhones zielsicher und komplett Reiseführerlos durch Berlin lotsen konnte? Wie blutete mir doch das Herz, als beim Reifenwechsel das teure Gerät meinen durch Handschuhschutz unförmig gewordenen Fingern entglitt und sich ein Riss auf der kunststoffenen Rückseite auftat? Wie leicht gingen mir tausende Tweets, Photos und WhatsApp-Nachrichten von der Hand? Wie müde waren wir doch immer am Morgen nach der Veröffentlichung einer neuen Version des iOS, welches sich wundersamer Weise immer aufs Neue nur mühsam herunterladen und installieren ließ?

Ja, es waren tolle siebenundzwanzigeinhalb Monate. Auf schönen Reisen hat mich mein iPhone begleitet. Wir haben gemeinsam die Republik bereist, waren in Dublin, in Rom, in Berlin gleich zwei Mal. Aber auch die kleinen Erlebnisse bleiben unvergessen: Der erste Check-In auf Foursquare, das zigfache Hören meiner Lieblingsalben, das Video von der Achterbahnfahrt auf dem Kiliani-Volksfest.

Aber leider haben all diese Erlebnisse meinem schwarzen Liebling etwas mehr zugesetzt, als mir. Der erste Riss im Backcover ist nicht lange allein geblieben. Auch ein Pflasterverband konnte den voranschreitenden Zerfall des Plastikgehäuses nicht aufhalten. Die technische Ausstattung ist leider auf dem Stand ihrer Veröffentlichung stehen geblieben. Viele Neuerungen der Software blieben aufgrund fehlender Hardware-Infrastruktur für uns ergebnislos. Wo das iPhone einstmals noch zum Sprint ansetzte, braucht es mittlerweile schon einen kleinen Schubs, um überhaupt einmal ins traben zu kommen. Und auch die akkumäßige Kondition erinnert mittlerweile eher an Ailton als an Alaba.

Mein iPhone darf sich jetzt also erst mal ein bisschen länger ausruhen. Seine bis dato letzte Tat: Es durfte die Ankunft seines Nachfolgers photographisch dokumentieren.

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3 Gedanken zu “Siebenundzwanzigeinhalb Monate.

  1. Ja, ich bin auf Samsung umgestiegen. Aber nicht, weil ich Apple nicht mehr gewollt hätte. Tatsächlich ist der Umstieg von iOS auf Android bisher noch nicht so wirklich erquicklich… Aber wieso sollte ich denn einen dreistelligen Betrag für ein neues iPhone ausgeben, wenn ich das S2 für einen Euro bekomme?
    (BTW: Entschuldigt bitte, dass das Freischalten der Kommentare so lange gedauert hat. Mein tolles neues Handy hatte die Benachrichtigungsmail wohl verschluckt…)

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