Unterwürfigkeiten.

Unterwürfigkeit ist nicht die Sache des freien Menschen mit freiem Geist. Aber vor einem muss sich auch der freie Mensch unterwerfen, unfrei machen. Denn der Mensch hat sich seine Freiheit nicht selbst gegeben, sie ist ein Geschenk.

Uns wurde die Freiheit geschenkt, das Gute und Richtige zu tun, die Taten dessen zu tun, der keine Hände hat. Aber in dieser Freiheit können wir auch Dinge tun, die nicht Taten der Liebe sind. Und dann müssen wir so frei sein, uns zu unterwerfen: Dem, der uns frei macht. Und der Wahrheit.

Ich mag das Würzburger Neumünster jeden Tag ein Stückchen mehr. Nicht nur, weil die Krche einfach schön ist, gerade nach der Umgestaltung. Vor allem auch, weil sie dem Besucher ziemlich geschickt klar macht, worum es geht.

Da ist einmal der Hochchor, der wirklich hoch ist und an dessen Ende sich der wunderbare Hochaltar mit Christus als Zentrum aufsteigt.
Viel schöner ist aber noch das große Kruzufix vor der Vierung. Es hängt so hoch oben, dass man es anfangs kaum wahrnimmt. Dann sitzt man in der Bank und hoch über einem thront der Gekreuzigte. Er hängt dort, damit wir ihn anbeten können. Aber auch, damit wir uns vor ihm klein machen können, uns unterwerfen können. Wir können in aller Freiheit vor ihn treten und für diese Freiheit danken. Und wir können hingehen und für all die Gelegenheiten um Verzeihung bitten, in denen wir unsere Freiheit falsch verstanden, falsch genutzt haben. Und das tut gut.

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