Nein, ich werde keinen Kommentar…

…zum Aufruf “Ökumene jetzt” abgeben. Ich hab ihn ja noch nicht einmal gelesen. Irgendwie hatte ich keine Lust dazu, als ich die Namen der prominenten Erstunterzeichner gesehen hatte…

Ich hab stattdessen den ein oder anderen Kommentar dazu gelesen. Allesamt nicht sonderlich aufregend; man kennt ja auch die zugehörigen Autoren.

Was allerdings doch irgendwie interessant war, war dieses Interview mit Frau Hasselfeldt zu ihrem Aufruf. Ich hab das gelesen und mir hinterher gedacht: Ja, äh, und nu?

Frau Hasselfeldt bringt in diesem Gespräch doch recht bemerkenswerte Sätze unter. Beispiele:

Niemand spricht von einem “großen Wurf”. Ich verstehe den Aufruf auch nicht als Aufruf zur Revolution. Es geht darum, kirchliches Leben miteinander zu leben und Mauern einzureißen.

und

Jedenfalls nicht durch kurzfristige Scheinlösungen. Klar ist, hier haben Theologen noch viel zu tun. Dennoch müssen uns die Unterschiede nicht lähmen und zu Untätigkeit zwingen. Es gibt so viele Bereiche, in denen Christen – gleich welcher Konfession – ökumenisch zusammen arbeiten können.

Alleine bei diesen Zitaten könnte man sich schon fragen: Und was soll das Ganze nun? Es wird aber noch besser:

Ich spreche mich beispielsweise bewusst nicht für die sogenannte Interkommunion aus. Weil wir Fragen, die noch nicht gemeinschaftlich geklärt sind, nicht durch Fakten ersetzen können. Im Übrigen ist mir auch vollkommen bewusst, dass kirchliche Fragen nicht wie in der Politik durch Mehrheitsentscheidungen abgestimmt werden können.

Man kann sich auch selber das Wasser abgraben… Egal, am besten gefällt mir sowieso das folgende Statement:

Mir ist darüber hinaus auch wichtig, Ökumene nicht nur auf Protestanten und Katholiken zu beziehen. Es gibt ebenfalls große ökumenische Bemühungen zwischen der katholischen und der orthodoxen Kirche, die sehr fruchtbar sind. Es hilft nichts, wenn wir ausschließlich auf das Trennende schauen und dann resigniert meinen, die Hände in den Schoß legen zu können, weil vermeintlich nichts vorangeht.

Na, Frau Hasselfeldt, da sind wir uns doch mal einig!

Aber kurz noch eine kleine Abschlussbilanz: Der Aufruf will keinen “großen Wurf” herbeiführen und die großen Brennpunktthemen der Ökumene sollte man sowieso den Theologen überlassen, da die Laien da eh nix mitzureden haben. Die Kirche ist schließlich kein demokratischer Verein. Und außerdem darf man Ökumene nicht nur auf das Gespräch mit den protestantischen Christen beschränken, weil mit den Orthodoxen im Zweifel ja eh viel mehr und schneller vorangeht.

Und wozu unterschreiben dann (mutmaßlich) ausschließlich katholische und evangelische Christen aus Deutschland ohne Entscheidungsfunktion einen solchen Aufruf?

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s