Richtig. Gut.

Leute, es ist ja kein Geheimnis, dass ich den Podcast schweinfurt und so nicht nur sehr gerne höre, sondern euch auch grundsätzlich und überhaupt wärmstens empfehle. Und zwar nicht nur, weil die Jungs verrückt genug waren, mich auch hinter ihr Mikrofon zu lassen.

Jetzt haben die freundlichen Herren Kohl und von Halem aber eine Ausgabe ihres Internetregionalradios zum zeitsouveränen Nachhören gemacht, die es in sich hat.

Sie hatten nämlich den ebenfalls freundlichen Herrn Bauer zu sich eingeladen. Der arbeitet grad für den einen der anderen und die Einladung war daher naheliegend. Im Gegensatz zum Thema des Gesprächs. Damit haben nämlich die meisten von uns nichts zu tun. Nie.

Es ging um Transsexualität, da der Julian-Alexander als Transmann da einiges zu erzählen hat. Was er zu erzählen hatte und was sich hinter den Begrifflichkeiten verbirgt, hört Ihr einfach selber nach.

Ich wusste – jetzt darf ich’s ja sagen – schon länger, dass der Julian demnächst (also, damals demnächst) im Podcast zu Gast sein würde. Und ich wusste auch, dass das im Vergleich zu anderen Folgen ausgesprochen komplexe Thema den Podcastern einiges Kopfzerbrechen bereitet hatte. Und ich kann das sehr gut nachvollziehen. Gerade auch deshalb finde ich es sehr beachtenswert, dass sie das gemacht haben.

Ich finde es gut und richtig solche Themen vernünftig und sachlich zur Sprache zu bringen. Ich bewege mich regelmäßig (eigentlich sogar hauptsächlich) in einem recht eindeutig katholischem Milieu. Und da fühle ich mich auch wohl. Aber ich erlebe leider auch immer wieder Leute, die bei Themen wie Homosexualität (Transsexualität ist nicht wirklich ein geläufiges Thema) ein erschreckend menschenverachtendes, unchristliches Denken, oder zumindest eine sehr beleidigende Sprache an den Tag legen. Das hat mich schon immer auch deshalb gestört, weil ich in meinem nahen Umfeld homosexuelle Menschen habe, für die mir so etwas einfach nur leid tut. Seit ich den Julian kenne (hauptsächlich per Internet, da wir uns in der Tat erst ein paar Mal physisch begegnet sind), kommt eben noch diese Lebenssituation Transsexualität als Erfahrung hinzu.

Wie gesagt, ich bin überzeugter Katholik und vertrete damit vielleicht auch mitunter Ansichten, die solchen Menschen auch nicht wirklich passen können. Dessen bin ich mir bewusst. Aber zumindest ich für meinen Teil halte das insofern für ein nicht allzu großes Problem, da das Problem ja erst Mal bei mir liegt und ich sowieso nie auf den Gedanken kommen würde, einen Menschen irgendwie anders zu behandeln, nur weil er nicht dem Idealtyp meiner Weltanschauung entspricht.

Das bedeutet nicht, dass ich mein Weltbild radikal öffne und alles gutheiße, was Menschen als ihre Sinnerfüllung erachten. So hedonistisch bin ich nicht. 

Viele Menschen werden das aber nicht so sehen wie ich. Unter anderem wohl auch deshalb, weil sie schlichtweg keine entsprechenden Erfahrungen haben. Weil sie keine Ahnung von spezifischen Problemen haben. Und die haben sie nicht, weil sie schlichtweg keinen Kontakt zu solchen Menschen haben, die nicht in ihr Welt- oder Menschenbild passen; vielleicht sogar absichtlich.

Wieso schreibe ich das nun? Zunächst einmal, weil ich den Podcast wirklich gut fand. Ich habe selten einen nicht professionell produzierten Podcast gehört, der ein so komplexes Thema so sachlich und informativ behandelt hat. Darüber hinaus will ich das aber auch gerne als Chance nutzen, mich hier selber zu positionieren. Und das hoffe ich getan zu haben. Noch schöner wäre es natürlich, wenn andere Menschen diese Position vielleicht sogar teilen würden.

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