Mit Händen und Füßen.

Ich muss mich noch einmal um die Berichterstattung von kath.net zur neuen Sinus-Studie für die Kirche kümmern.

Dass das katholische Nachrichtenportal von der Studie nichts bis überhaupt nichts hält, hat man ja mittlerweile mitbekommen. Und dass das unter anderem daran liegen könnte, dass man dort schlichtweg keine Ahnung von solchen Studien hat und offenbar auch keine Lust, den eigenen Kenntnisstand zu erweitern, kann man zwischen den Zeilen auch locker herauslesen.

Jetzt sucht man aber auch noch Unterstützung für die eigene Meinung aus den Reihen der höchsten Amtsträger. Praktischerweise konnte man direkt Kardinal Marx als Kronzeugen gegen die “umstrittene” Studie gewinnen.

Weshalb, bzw. wo die Studie umstritten ist, kann ich zwar nicht erkennen, aber offensichtlich muss man im Bereich der Berichterstattung über Themen der katholischen Kirche auch hier der Gleichung “diskutabel = umstritten” folgen.

An den zitierten Aussagen von Marx, bzw. deren Darstellung stören mich zwei Punkte besonders:

Natürlich kann man von einer qualitativen Studie mit 100 Befragten nicht per se auf die Grundgesamtheit schließen! Das ist aber auch weder Anspruch, noch Ziel der Studie. Sie will vielmehr “hilfreiche (Anstöße)” liefern, wie der Kardinal ja auch zitiert wird. Das darf man bitte, bitte nicht verwechseln!

Und dass der Kardinal bei seinen Messen nur volle Kirchen erlebt, spiegelt in keiner Weise eine Realität wieder. Eine Bischofsmesse (außerhalb eines Domes) ist immer ein Ausnahmezustand. Da ist die Kirche nun mal voll. Dass aber selbst ein großes Pontifikalamt nicht immer zu solchen Zuständen führen muss, habe ich bspw. hier beschrieben.

Dass sich kath.net dann noch weiter auf die hohen Kosten der Studie einschießt und den Abgabepreis von 148€ “unglaublich” findet, gehört natürlich dazu. Und natürlich verweist man auch nicht darauf, dass die allgemeine Sinus-Studie mal locker das Zehnfache kostet. Vielleicht wird der Preis aber auch deshalb als so drastisch hoch dargestellt, damit man Argument dafür hat, die Studie nicht gelesen zu haben…

Aber gut, man will es offenbar einfach nicht verstehen. Diese wertvolle Studie zeichnet ein Bild von der Kirche, dass so überhaupt nicht in das Konzept von kath.net & Co. passt. Es ist einfach traurig zu sehen, wie man sich mit Händen und Füßen dagegen wehrt, die Realität der Situation anzuerkennen.

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