Wir sprechen nicht mehr von Dialogprozess

Wir sprechen nicht mehr von Dialogprozess, sondern von Dekanatsentwicklung.

Frisch zurück von der Frühjahrsvollversammlung meines Dekanatsrates, will ich diesen wunderbaren Satz, der dort gefallen ist, hier kurz verbloggen.

Der Zusammenhang ist wohl offensichtlich: Es geht um den weiteren Verlauf, bzw. die Umsetzung des Dialogprozesses im Dekanat, also in den katholischen Stadtgemeinden von Würzburg. Da sind wir nun schon seit einigen Monaten dabei, die wichtigsten Themen aus den ersten Gesprächsrunden in konkrete Konzepte umzusetzen, wie wir „die Kirche“ – hier als pars pro toto für alle Aufgaben und Tätigkeiten der Kirche zu verstehen – im Dekanat, in der Stadt Würzburg voranbringen und zukunftsfähig machen können. Es geht eben nicht mehr nur darum, ständig miteinander zu reden, sondern auch darum, endlich mal etwas zu tun.

Mir gefällt das sehr, sehr gut. Auch, weil ich so meine Probleme mit diesem Dialogprozess habe. Ich finde es natürlich sehr begrüßenswert, dass alle Interessierten auch institutionell die Chance haben, ihr Wünsche und Ideen für die Kirche zu äußern. Aber erstens ist dieser gesamte Prozess nervtötend redundant und zweitens sind Gesprächsrunden einerseits mit ziemlich hohem Zeit- und Energieaufwand, andererseits mit ziemlich geringem Ergebnispotenzial behaftet. Ich habe einfach am Ende meiner Arbeit gerne ein (sichtbares) Ergebnis und nicht einfach nur das gute Gefühl, dass „man mal drüber gesprochen hat“.
Jedenfalls gehen wir im Dekanat es etwas „handfester“ an, was ich sehr schön finde.

Auch sehr schön war ein kurzer Gedanke vom Dekan in der heutigen Sitzung, der an einen Studientag von 2011 erinnert hatte. Damals war Dr. Christian Hennecke aus Hildesheim bei uns zu Gast in Würzburg und hat – wohl nicht nur bei mir – mit seinen Ideen und Anregungen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ich hatte damals auch über diesen Tag gebloggt. Jedenfalls hat unser Dekan uns wissen lassen, dass er noch sehr gerne an diesen Tag zurück denkt, der für uns auch gleichzeitig der Startschuss für den Dialogprozess war.

Dieser Studientag und der Vortrag von Dr. Hennecke war auch ein Hauptgrund, weshalb ich im Februar in Hannover an Kirche² teilgenommen hatte. Damals, vor gut eineinhalb Jahren, haben mir diese Gedanken so imponiert, dass ich jetzt eigentlich gar nicht anders konnte, als mir das noch einmal genauer anzuhören und selber weiter zu denken.

Und wenn ich jetzt über diesen kurzen Rückblick an Kirche² denke, dann schließt sich auch der Kreis zu unserer Dekanatsentwicklung auch wieder. Während des Kongresses habe ich nämlich an einer Session des Bistums Essen teilgenommen, die ihrerseits vorgestellt hatten, wie in Essen der Dialogprozess vonstatten geht (hier habe ich dieser Session einen Absatz gewidmet). Und dort macht man, das ist zumindest mein Eindruck, auf Bistumsebene genau das, was wir auf Dekanatsebene versuchen: Anstatt sich in der ewigen Redundanz des Sitzkreises zu verlieren, geht man unter konkreten Themenvorgaben konkrete Ideen an, wie die Kirche in unserer Zeit unter den speziellen regionalen und lokalen Bedingungen funktionieren kann. So muss das sein!

Übrigens werden wir uns im Dekanat speziell mit vier Lebensbereichen auseinandersetzen und sehen, wie wir als (Pfarr-) Gemeinden in der Stadt dort besser (zusammen-) arbeiten können: (1) Die Jugend, vor allem die neue Jugendkirche, die gerade noch im Entstehen ist, (2) die Erwachsenenenarbeit, vor allem im Bezug auf das Bildungs- und Tagungszentrum Matthias-Ehrenfried-Haus in der Stadtmitte, (3) die Caritas, wobei es vor allem um eine engere Zusammenarbeit zwischen der Organisation Caritas und den Gemeinden geht und (4) den i-Punkt Kirche, ein ökumenischer Infopunkt in der Innenstadt, der gerade direkt vor dem Würzburger Kiliansdom neu gestaltet und umgebaut wird. Man darf gespannt sein!

Kurz noch am Rande: In der Sitzung wurden uns Mitgliedern des Dekanatsrates auch das neue Gotteslob vorgestellt. Es wurde ja unter Federführung des Bistums Würzburg entwickelt, sodass wir wirklich alles aus erster Hand erfahren haben. Ich habe tatsächlich auch schon eine Gesamtkopie des Andrucks mitnehmen dürfen (die ich aber leider in meiner Gemeinde wieder abliefern muss…). Dazu auch: Man darf gespannt sein! Mir gefällt jedenfalls recht gut, was ich bisher gesehen habe. Werde mir die Tage auch mal die mitgelieferte Synopse zu Gemüte führen um herauszufinden, auf welche Lieder wir dann ab Herbst werden verzichten müssen. 😉

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