Machen.

Nachdem es hier seit einiger Zeit sehr still zuging, will ich jetzt endlich mal wieder ein paar Zeilen schreiben. Die letzten Wochen musste das Bloggen leider zurückstecken. Ich hab nämlich recht viel gemacht.

Aber fangen wir mal mit einem anderen Thema an: Der SozioPod hat den Grimme Online Award 2013 in der Kategorie Wissen und Bildung gewonnen. Herzlichen Glückwunsch dazu! Ich freu mich wirklich sehr für den Dr. Köbel (dessen Dissertation absolut lesenswert ist!) und Patrick Breitenbach. Der Podcast von den beiden ist unbedingt zu empfehlen.

Außerdem hat mir der Herr Breitenbach zu einem sehr wichtigen Gedanken verholfen. Wir haben uns nämlich bei der #rp12 getroffen und unterhalten. Er hatte sich damals den Überraschungsvortrag von Sascha Lobo angesehen (ich war parallel in einer anderen Session) und mir danach davon berichtet. Als Memetiker, der er ist, hat vor allem einen Punkt hervorgehoben: Wir brauchen (neue) Narrative.

Einfach mal auf den Weg machen.
Einfach mal auf den Weg machen.

Zugegeben, ich hatte zuvor nie darüber nachgedacht, wozu Narrative gut sein könnten. Genau genommen, hat das Konzept für mich eigentlich gar keine Rolle gespielt. Aber im Nachhinein war dieser Gedanke wohl der wichtigste, den ich aus Berlin mitgenommen habe.

Dieses Jahr konnte ich leider nicht bei der #rp13 dabei sein. Aber das Kernthema des diesjährigen Lobo-Vortrags hab ich natürlich trotzdem mitbekommen. Und es passt grandios zum letztjährigen Thema; und wenn es auch nur mir so erscheinen sollte.

Lobo hat über das Machen gesprochen.

Narrative entwickeln und Machen. Vielleicht die perfekte Symbiose. Ich bin mir ziemlich sicher, dass man mit dieser “Strategie” sehr viel erreichen kann.

Ein Beispiel: Der Kongress Kirche² Anfang des Jahres hat mir klar gemacht, dass man in der Kirche, in der Gemeinde immer wieder neue Aufbrüche finden und stark machen kann. An allen Ecken und Enden kann sich Neues entwickeln, kann sich die Kirche neu entwickeln. Nur: Der Weg von dieser Erkenntnis hin zur konkreten Verwirklichung ist nicht ganz leicht.

Ich hatte mir dennoch gedacht, dass das in meiner Gemeinde doch auch gehen muss. Also bin ich von dem Kongress zurückgekommen und hab erst mal etlichen Leuten erzählt. Ich habe vom Kongress erzählt, von Aufbrüchen, von Charismen, von Perspektiven, usw. Und tatsächlich haben sich relativ schnell einige konkreter werdende Ideen gezeigt. So haben wir beispielsweise mit den Jugendlichen über ihr Bild von der Kirche und darüber, wo sie sich darin verorten, diskutiert. Und hinterher stand der Wunsch nach mehr Beteiligung am religiösen Leben im Raum.

Und dann hieß es: Einfach machen. Ich wollte nicht mehr darauf warten, alles Mögliche in den verschiedensten Gremien auszudiskutieren und totzuplanen. Ich habe einfach ein paar Leute angesprochen und gesagt: Wir machen das jetzt. Und es hat funktioniert.

Es war aber auch verdammt anstrengend, die letzten Wochen. Ich musste reichlich Initialenergie aufbringen, um eine Reihe von Projekten anzustoßen. Im Gegenzug haben etliche Leute ganz großartig dazu beigetragen und die Reaktionen waren durchweg positiv.

Ich hoffe, dass sich dadurch auch in den Köpfen einiger Leute die Bilder vervollständigt haben, dass sich die Narrative erschlossen haben, die ich vor einigen Monaten versucht habe, zu verbreiten.

Und viel mehr noch hoffe ich, dass andere Leute jetzt das Gleiche tun. Nicht nur für eine Pfarrei gilt ja, dass die wichtigen Dinge nur im Team funktionieren können. Denn wenn einer eine Geschichte erzählt, müssen auch Zuhörer da sein, damit daraus etwas erwachsen kann.

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