Die Kiliani-Wallfahrt 2013 hat begonnen!

Endlich hat sie wieder begonnen, die Kiliani-Zeit! Nein, ich meine nicht das Volksfest auf der Talavera. Dirndl-Trägerinnen und Party-Bands halten mich seit Jahren gekonnt davon ab, dort hin zu gehen. Hätte ich Freude an solchem Klamauk, könnte ich auch zum Oktoberfest nach München fahren.

Ich rede vom eigentlichen Fest, von der Kiliani-Wallfahrt zu den Reliquien der Frankenapostel. Dieses Jahr wieder im Dom!

Am Samstagabend wurde die Wallfahrt mit der Reliquienprozession von St. Burkard aus eröffnet. Nachdem ich die letzten beiden Jahre jeweils nicht an der Prozession teilnehmen konnte, war es mir dieses Jahr eine umso größere Freude!

Bei strahlend blauem Himmel in einer sehr stattlichen Prozession über die Alte Mainbrücke, am Grafeneckart vorbei die Domstraße hoch auf den Hohen Dom zu,. . . das ist einfach schön.
Der Pressechef schreibt in seinem Bericht, dass es am Ende 700 Teilnehmer waren. Zumindest gefühlt waren es noch mehr.

In seiner kurzen Homilie in der abschließenden Vesper verband Bischof Friedhelm das Jahresmotto des Bistums (“Dein Angesicht, Herr, will ich suchen”) mit der Wanderschaft der Frankenapostel. Als St. Kilian mit seinen Gefährten die irische Insel verließ, war die Mission im Frankenland nicht der einzige Zweck der Reise. Die Wanderschaft in der Fremde war ein wichtiger Bestandteil im Glaubensleben dieser Wandermönche und lässt sich beispielsweise mit diesem Schriftwort verbinden: “Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach.” (Lk 9, 23).

Als Menschen auf der Welt befinden wir uns dauerhaft auf einer Art Wanderschaft. Das irdische Leben steht dabei, so Bischof Friedhelm, in einer Spannung zwischen “schon” und “noch nicht”. Das Reich Gottes ist schon angebrochen, aber eben noch nicht vollendet.
Wir können uns ein Beispiel an den Heiligen Kilian, Kolonat und Totnan nehmen, die diese irdische Wanderschaft, die Kreuzesnachfolge Christi, wörtlich genommen haben.

Bischof Friedhelm betonte auch den großen Stellenwert, den die Reliquien der Frankenapostel für die Würzburger Bevölkerung haben. So erinnerte er an die Rücküberführung der Reliquien nach Würzburg aus Gerolzhofen, wo sie im Zweiten Weltkrieg in Sicherheit gebracht wurden, im Jahr 1949 und die großen Kiliani-Festlichkeiten 1952. Vor allem in der Zeit nach dem Weltkrieg waren die Reliquien ein identitätsstiftendes Symbol für die katholische Bevölkerung Würzburgs und des Frankenlandes.

Und heute können wir mit dieser großen, öffentlichen Wallfahrt den Menschen helfen, sich dieses Geschenkes der Frankenapostel bewusst zu werden. Und diese Wallfahrt soll eine Einladung an alle Menschen sein, mit uns das Antlitz des Herrn zu suchen.

Bischof Friedhelm bei der Homilie
Bischof Friedhelm bei der Homilie

Im Anschluss an die Vesper mit Bischof Friedhelm gab es auf dem Kiliansplatz mit dem Empfang noch ausgiebig Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Die Wallfahrt hat begonnen und geht weiter! Auf der offiziellen Seite zur Wallfahrt kann man sich über das Programm für diese Woche informieren. Ich werde sicher auch noch den ein oder anderen Gottesdienst besuchen. Aber auch außerhalb der Veranstaltungen lohnt es sich, einfach mal den Kiliansdom aufzusuchen und ein paar Minuten vor den Reliquien der drei Heiligen Kilian, Kolonat und Totnan zu verbringen.

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