Island, letzter Teil.

Fast 24 Stunden bin ich jetzt wieder zurück in der Heimat; Zeit für ein Fazit dieser Reise. Was allerdings gar nicht so leicht fällt.

Zunächst noch ein kleiner Rückblick auf die letzten beiden Tage: Vorgestern hatte ich den letzten Tag in Reykjavík für einen letzten Stadtrundgang genutzt. Bei der Gelegenheit habe ich auch noch zwei Museen besucht: Das Isländische Kulturhaus Þjóðmenningarhúsið und das Maritimmuseum Víkin. Letzteres ist auf jeden Fall sehr empfehlenswert, da man nicht nur Einiges über den wichtigsten Wirtschaftszweig des Landes erfährt, sondern auch einen guten Einblick in die Geschichte der Stadt Reykjavík erhält. Diese hat nämlich ihr Erscheinungsbild in den letzten 100 Jahren drastisch verändert, was sich aus den vielen historischen Aufnahmen im Museum gut erkennen lässt. Das Kulturhaus war etwas weniger spannend; was aber wohl hauptsächlich daran lag, dass ein wichtiger Teil der Ausstellung aktuell ausgelagert ist und somit nicht besichtigt werden kann. Außerdem dient das Gebäude auch als Tagungshaus, was genau während meines Besuchs dazu führte, dass einige Räume nicht geöffnet waren.
Einige weitere Museen und Galerien stehen noch auf meiner Liste und wollen dann bei der nächsten Reise besichtigt werden. Übrigens sind die Eintrittspreise für die verschiedenen Museen in Reykjavík relativ niedrig. Der reguläre Preis bewegt sich im Bereich zwischen 1000 und 1200 Isländischen Kronen, was umgerechnet ca. 6 € bis 7,50 € sind, der ermäßigte Tarif beträgt meist die Hälfte.
Gestern stand dann die Heimreise auf dem Programm. Zwar lassen sich die knapp 2500 Kilometer bis Island auch per Direktflug überwinden, was dann ungefähr 3,5 Stunden dauert, aber wir hatten für den Rückflug eine Umsteigeverbindung über Kopenhagen gebucht. Nicht ganz uneigennützig, da der Aufenthalt gerade lange genug war, um kurz in die Innenstadt zu fahren und das zu machen, was in jeder skandinavischen Stadt ganz hervorragend geht: Hot Dogs essen. So schön ein solcher Abstecher auch ist, er verlängert die Reise letztlich auch nur künstlich. Und eh man sich versieht, ist man einen ganzen Tag unterwegs; Abfahrt in Reykjavík war um halb sechs Uhr morgens, Ankunft in Würzburg um 20 Uhr Abends (wobei dazwischen noch zwei Stunden Zeitverschiebung zu berücksichtigen sind, nach isländischer Zeit war es also erst 18 Uhr).

Jetzt sitze ich also wieder zu Hause, höre isländische Musik (was auch sonst) und überlege fieberhaft, was ich noch über diese Reise zu sagen habe. Ich habe immerhin gerade eine Woche in einem unglaublich faszinierenden Land verbracht. Das zu verbalisieren, fällt nicht unbedingt leicht.
Ich hatte schon das Glück, einige der schönsten Ecken Europas zu sehen. Aber Island fällt komplett aus jedem Raster (gut, Island ist auch fast schon kein europäisches Land mehr; Reykjavík liegt genau genommen in Amerika). Zwar sind die Isländer und ihre Städte unverkennbar skandinavisch, aber ihr Land ist komplett anders. Schwarze Strände und baumlose Landschaften findet man in dieser Form in Europa sonst (fast) nirgends. Und auch das Klima trägt seinen Teil zum Reiz dieser Insel bei. Wo es mich sonst wahnsinnig machen würde, eine ganze Woche nur feuchte Kälte ertragen zu müssen, fand ich es in den letzten Tagen irgendwie sehr passend. Vielleicht hätte ich die Begegnung von Amerika und Europa in Þingvellir weniger beeindruckend empfunden, wenn es nicht aus tief hängenden dunklen Wolken unablässig (leicht) geregnet hätte. Und letztlich freut man sich dann umso mehr, wenn die Sonne für ein paar Minuten durch die Wolkendecke bricht und die Konzerthalle Harpa am alten Hafen von Reykjavík ihre Lichtspiele aufführen lässt.

Auch wenn Island nichts für sein Klima kann, ist es doch eine weitere Eigenart dieses spannenden, kleinen Landes. Und von dieses Eigenarten gibt es noch unzählige mehr.
Ich werde wieder zurückkehren müssen, um sie zu erkunden.

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