Marianischer Ehrentag in Würzburg

Franken ist Marienland. Das ist nun keine Neuigkeit, sagt aber dennoch viel aus über das kirchliche Leben hier in der Region. Gestern Abend konnte man diese besondere Färbung der fränkischen Frömmigkeit in Würzburg wieder eindrucksvoll erleben.

Anlässlich des Glaubensjahres wurde der Marianische Ehrentag des 13. Oktobers besonders aufwändig gefeiert. Um 18 Uhr wurden die Feierlichkeiten im Dom mit einem Rosenkranzgebet eröffnet. Anschließend feierte Bischof Friedhelm mit über 1000 Gläubigen die Heilige Messe, welche in eine Lichterprozession zur Marienkapelle auf dem Marktplatz mündete.

Zahlreiche Fahnen und Banner marianischer Vereinigungen schmückten den Chorraum des Domes
Zahlreiche Fahnen und Banner marianischer Vereinigungen schmückten den Chorraum des Domes
In seiner Predigt ging der Bischof auf die Bedeutung des 13. Oktobers als Marianischer Ehrentag ein. Insbesondere erläuterte er die geschichtliche Bedeutung dieses Datums: Am 13. Oktober 1917 erschien zum letzten Mal im portugiesischen Fatima die Muttergottes vielen Tausenden Pilgern. Schon kurze Zeit später wurde dieses Datum von der Kirche als besonderer Marientag gefeiert. Und so eben auch in Würzburg im Jahr 2013.

Einen bemerkenswerten Satz sprach Bischof Friedhelm in seiner Predigt zur aktuellen Situation in (Nord-) Afrika und Europa hinsichtlich der Flüchtlingsproblematik: „Wir können uns in Europa nicht einschließen wie in einem Geldschrank.“ Selten habe ich ein passenderes Bild für diese Situation gehört.
An diesem Festtag der Weltkirche erhalten diese Worte besonderes Gewicht. Wir können uns eben nicht nur zu frommen und prächtigen Marienfeiern mit der Welt verbinden, sondern müssen dies insbesondere auch in der Not der Menschen tun. Ein sehr wertvoller Gedanke.

Die Prozession auf dem Weg zur Marienkapelle
Die Prozession auf dem Weg zur Marienkapelle

Der Höhepunkt der Feier war sicherlich die Lichterprozession zur Marienkapelle. Im Stile der Fatima-Feiern des Fatima-Weltapostolats (welches an der Ausrichtung der Feier maßgeblich beteiligt war) sammelten sich die vielen hundert Gläubigen – ausgerüstet mit Prozessionskerzen – um die Strahlenkranzmadonna und zogen vom Dom über Kürschnerhof, Schmalzmarkt und Schustergasse zur Marienkapelle. Wenig überraschend fanden leider nicht alle Teilnehmer Platz im gotischen Gotteshaus. Nichtsdestoweniger war das Abschlusslied „O himmlische Frau Königin“ ein bewegender Moment.

Auch wenn ich in der Stadt wohne, bin ich doch relativ selten zu Gottesdienstzeiten im Dom. Die eigene Pfarrei geht schließlich vor. Das bringt aber mit sich, dass ich fast ausschließlich zu großen Festtagen „beim Bischof“ bin. Und auch wenn die die großen Feste, wie etwa die Kiliani-Wallfahrt, immer wieder großartige Erlebnisse sind, war das gestrige Fest herausragend. Franken ist eben Marienland! Und gestern konnte – wer mochte – das einmal mehr in voller Pracht erleben.

Hunderte Gläubige beim abschließenden Marienlied in der Marienkapelle
Hunderte Gläubige beim abschließenden Marienlied in der Marienkapelle

Sicher, das wird nicht jedem ebenso viel Freude bereiten. Aber gerade in unserer Gegend gibt es eben noch viele Menschen, die eine ausgeprägte marianische Frömmigkeit leben. Ich finde es schön, dass diese traditionelle Form der Volkskirche noch so lebendig ist. Es kann der Vielfalt in der Kirche nur gut tun!

P.S.: Ein wenig mehr zum gestrigen Fest kann man im Bericht der Pressestelle des Bistums nachlesen.

P.P.S.: Ich muss mich für die schlechte Bildqualität entschuldigen. Aber mit doch etwas kältesteifen Fingern gelingen Handy-Aufnahmen nicht unbedingt besser. 😉

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