Die Kirche und die Kristallisationspunkte [#rp14 #2]

Einige random thoughts am Ende des Zweiten Tages der #rp14:

7761 Nutzer haben am ersten Tag der re:publica 32742 Tweets über die Veranstaltung geschrieben. Diese Nachrichten haben insgesamt potenziell 76806637 (!) Nutzer erreicht. Das ist viel; in Anbetracht der besprochenen Themen.

Die re:publica ist, trotz der beeindruckenden Zahlen, keine Mainstream-Veranstaltung. Was ich zumindest nicht schlimm finde. Eine Nische ist sie aber auch nicht. Avantgarde ist ein großes Wort, das wenige gerne bemühen. Vor allem auch, weil es sehr elitär klingt. Es soll trotzdem schon einmal gefallen sein.

Maria hat die re:publica heute eine Zukunftskonferenz genannt. Ich finde das sehr passend, da ich die Veranstaltung schon seit dem ersten Kontakt so wahrgenommen hatte. Ich bin beileibe kein Urgestein, hatte vielleicht 2011 erstmals etwas von der re:publica mitbekommen. Spätestens bei meiner ersten Teilnahme im Jahr darauf hat mich aber fasziniert, wie viele Themen hier zur Sprache kommen, die in absehbar naher Zukunft im Mainstream wieder auftauchen.

IMAG0976_1Vielleicht ist die re:publica am ehesten eine Kristallisationspunkt. Veranstaltungen wie diese haben es ja so an sich, dass ihre Teilnehmer als Multiplikatoren dienen. So ein bisschen stellt die Netzgemeinde – seit gestern dürfen wir das ja sagen – sich aber selbst ein Bein. Ich werde den vielbenutzten Spitznamen der re:publica hier nicht wiederholen. Tatsächlich ist es aber doch so, dass sich hier zu weiten Teilen Menschen offline treffen, die online sowieso ständig zusammenkommen. Das ist nicht schlecht, nur bemerkenswert.

Das sorgt nun aber dafür, dass die Inhalte mittels der Multiplikatoren zwar verteilt werden, aber eher selektiv in die Gesellschaft ausstrahlen. Wer in Deutschland beruflich mit dem Internet zu tun hat, wird mit der re:publica irgendwann in Verbindung kommen. Ebenso Medienschaffende, die hier in großer Zahl auch auf den Stages vertreten sind. Politik wird ebenfalls gemacht, vor allem wenn es um Medien und/oder Menschenrechte geht.

Die Kirche allerdings ist hier kaum zu sehen. Im Gegensatz zum Atheismus übrigens, der an prominenter Stelle einen Stand betreibt. Kaum heißt: Auf den Stages findet, soweit ich es überblicken kann, Christentum nicht statt. Gleichwohl sind erfreulich viele Menschen hier, die mit, in und für die Kirche arbeiten.

Für meinen Geschmack aber noch zu wenige. Ich habe geschrieben, dass die Themen der re:publica in absehbarer Zukunft im Mainstream – bei meinen Eltern – wieder auftauchen werden. Und das ist doch eigentlich auch eine Kernkompetenz der Kirche: Kristallisationspunkte suchen und in die Gesellschaft wirken.

Ja, mir findet hier zu wenig Christentum statt und ja, die Kirche muss hier sichtbar sein. Ich plädiere damit aber nicht dafür, die re:publica zu Christianisieren. Das tolle an dieser Veranstaltung ist, dass hier jeder einen Ansatzpunkt finden kann, unabhängig vom eigenen Fachgebiet. Das funktioniert nur über Vielfalt. Und da gehört die Kirche hinein. Into the wild. Um selbst davon zu lernen, aber auch um anderen zu sagen: Hört mal, wir haben dazu auch noch was zu sagen.

re:publica 14 - INTO THE WILD

Hier geht’s zu meinen übrigen Beiträgen über die re:publica!

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