Genug gemurrt. Into the wild! [#rp14 #1]

Was hab ich mich in den letzten Wochen doch geärgert. Um den Aschermittwoch hatte ich die fixe Idee, während der Fastenzeit regelmäßig und viel zu bloggen. So alle ein, zwei Tage ein kurzer Gedanke sollte doch kein Problem sein, dachte ich mir. War es aber dann doch. Ein paar Tage hatte ich es durchgehalten und dann aber wieder komplett eingestellt. Gemurrt habe ich, über mich selbst.

IMG_20140507_140134Dieses etwas altertümliche Wort verwende ich hier nicht ohne Grund. Das Verb wird im Alten Testament immer wieder bemüht, wenn es um die Unzufriedenheit des Volkes Israel mit seiner Situation geht. Da murren die Israeliten über Gott, der sie vermeintlich hat hängen lassen. Beispielsweise als ihnen die Sache mit dem Auszug aus Ägypten irgendwann zu lang wurde. Früher war alles besser.

Aber ich bin mir sehr sicher: Früher war vielleicht vieles gut, aber besser als heute und morgen sicher nicht. Bis zum Ende meiner Fastenbloggen-Aktion hatte ich vielleicht mehr Zeit zum bloggen. Dass diese mir dann gefehlt hat, heißt aber nicht, dass irgendetwas schlechter wurde, sondern schlichtweg, dass ich plötzlich viel mehr zu tun hatte. Und zwar die gute Art von viel zu tun.

Interessanterweise ist man ja unbelehrbar. Mir ist obiges Szenario jedenfalls schon oft passiert. Am Anfang steht der Wandel, darauf folgt das Murren und irgendwann kommt die Erkenntnis: Das hat Prinzip!

Das ist primär gar keine theologische Aussage. Ich will hier nicht „Gott in allen Dingen suchen“ (vgl. Ignatius von Loyola). Nicht, dass ich es nicht tue und dass es mir nicht wichtig wäre, aber ich bin mir sicher, dass der oben beschrieben Dreiklang – Wandel, Murren, Erkenntnis – nicht nur bei den großen, lebensverändernden Ereignisse greift. Der funktioniert beispielsweise auch bei gesellschaftlichen Veränderungen.

Um aber den nächsten Schritt anzuschließen – die Reaktion, sozusagen – braucht es oft Mut, Strategien und Konzepte. Damit wären wir bei der diesjährigen re:publica angelangt; wenig elegant zwar, aber immerhin. Into the wild lautet das Thema. Es geht in diesem Jahr viel um das kaputte Internet, zerstörtes Vertrauen, fehlende Freiheit. Man braucht nicht erwarten, dass am Donnerstagabend in Berlin das ultimative Lösungskonzept zur Rettung der Welt vorgestellt werden wird. Darum geht es aber auch nicht. Was ich hier in den ersten eineinhalb Tagen gehört und gesehen habe, ist vor allem der Versuch, das murren einzustellen, die Erkenntnis zu gewinnen, dass es weiter geht und sich vielleicht auch etwas Mut zuzusprechen, besser weiterzumachen.

re:publica 14 - INTO THE WILD

Hier geht’s zu meinen übrigen Beiträgen über die re:publica!

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