Blendle: Großartiges Konzept mit nervigen Fehlern

fasinttitelWas hab ich mich gefreut, als ich meinen Blendle-Zugang bekam. Endlich einzelne Artikel für einen fairen Tarif kaufen! Ja, das ist toll. Aber leider ist die Plattform – in der beta-Version – noch voller Bugs.

Der Kollege Schwenzel hat dazu neulich schon mal etwas aufgeschrieben. Ich hatte bis dato solche Probleme noch nicht (bemerkt), am Sonntag dafür umso mehr.
Ich hatte mir aus dem FAS-Feuilleton ein Interview mit Alan Rusbridger gekauft. Für schlappe 45 Cent, übrigens. In diesem einen Text fanden sich so ziemlich alle Fehler, die Schwenzel schon beschrieben hatte. Fragen und Antworten sind identisch formatiert und daher teilweise nur schwer auseinander zu halten. Einige Begriffe blieben unübersetzt (“Sie werden Prinicipal eines Colleges”, “Es mag sein, dass ich ziemlich competitive bin”, …), wobei das auch im Original so sein könnte. An einer anderen Stelle bin ich über einen unvollständigen Satzbau gestolpert, was wohl an einer schlechten Übersetzung liegen dürfte.

Schon zu Beginn des Interviews zeigten sich die Probleme mit dem automatisierten Rippen der Zeitung: Das Artikelbild wurde inklusive des eingesetzten Titels und der Bildunterzeile einfach ausgeschnitten. Sowohl Titel, als auch BU, wurden allerdings von Blendle nochmal – auf grafisch nicht besonders ansprechende Weise – hinzugefügt.

Abgesehen von diesen Bugs sind mir zwei andere, etwas ärgerliche Eigenheiten von Blendle aufgefallen: Wenn man in einer Mail von Blendle dem Link zu einem Artikel folgt, kauft man diesen automatisch und wird vorher nicht noch einmal gefragt oder überhaupt auf den Kauf hingewiesen. Außerdem hat Blendle etliche Artikel im Kauf-Angebot, die bei den Medien kostenlos zu lesen wären. (Diesen Punkt finde ich allerdings gar nicht nur schlecht, da man auf diese Weise dem Medium wenigstens ein paar Cent für die geleistete Arbeit zukommen lassen kann, ohne die ganze Ausgabe kaufen zu müssen.)

Ja, diese Fehler und Funktionen nerven. Aber es ist immer noch eine beta. Ich will also nicht ganz so hart mit Blendle ins Gericht gehen, wie es Schwenzel getan hatte. Ich kann damit leben, dass mancher Text irgendwie komisch daher kommt. Zumal ich ja jederzeit mein Geld zurück bekomme, wenn ich nicht zufrieden bin.

Für mich zählt viel mehr, dass ich endlich die Möglichkeit habe, gezielt einzelne Artikel zu lesen – und zu bezahlen! – die ich ansonsten nur in einer viel zu teuren Online- oder Print-Ausgabe finden würde. Nicht, dass Blendle so viel billiger wäre: Mit vier, fünf gekauften Artikeln bewegt man sich im Preisbereich einer normalen Tageszeitung. Aber man ist dafür nicht gezwungen, sich auf ein Medium festzulegen. Ich bin jedenfalls ein Fan dieser Plattform und hoffe, dass bald noch viele andere Medien dort aufgenommen werden. Für mich ist Blendle bislang einer der besten Ansätze, Journalismus im Netz sinnvoll und fair zu monetarisieren.

P.S.: Wer einen Invite-Code haben möchte, darf sich gerne bei mir melden!

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