Mein Streikwochenende

Ganz Deutschland blickt bangend dem Lokführerstreikwochenende entgegen. Also, fast ganz Deutschland. Ich persönlich gehe da ziemlich gelassen ran. Während des letzten Streikwochenendes hatte ich nämlich die Erfahrung gemacht, dass das doch alles viel weniger schlimm ist, als es manchmal gemacht wird. Jedenfalls hatte ich an einem bestreikten Sonntag keinerlei Probleme, von Bonn nach Essen und wieder zurück zu kommen. Und weil ich mich nicht nur darüber, sondern auch über den schönen Ausflug so gefreut habe, will ich Euch natürlich auch daran teilhaben lassen. Vielleicht nutzt Ihr die Entschleunigung des kommenden Wochenendes ja auch, um mal mit offeneren Augen durch die Welt zu spazieren?

Mehr Bilder aus Bonn und sonstwoher gibt es in meinem Flickr-Stream.

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Nicht meckern. Besser machen. – Part II: Bring the wild into the church! [#rp14 #4]

Mit ein paar Tagen Abstand zur re:publica jetzt also – endlich – einige Gedanken zum Thema des Titels, der Gegenbewegung zum letzten Post: Das Wilde in die Kirche tragen.

Über die Ansatzpunkte und Verknüpfungen zwischen Themen der re:publica und Themen der Kirche hatte ich bereits geschrieben. Dass das keine einseitige Geschichte ist, sollte ja klar sein. Aber über das mit dem Meckern und besser machen und vor allem das Wilde habe ich noch nicht wirklich geschrieben. Das ist aber mindestens genauso wichtig.

IMAG0996_1Meckern hat in der Kirche Tradition. Was nicht grundsätzlich schlecht ist. Gerade die großen Debatten, die vor dem Hintergrund gewisser Unzufriedenheiten geführt wurden, haben die Kirche in der Vergangenheit verändert und dadurch weiter entwickelt. Das ging aber nur, weil es auch immer wieder Menschen gab, die aus ihrer Unzufriedenheit eine Tugend und sich selbst an die Arbeit gemacht haben. Das gilt für die großen, weltkirchlichen Themen genauso, wie für die kleinen Ecken und Kanten in der Ortskirche oder sogar der Pfarrei.

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Nicht meckern. Besser machen. – Part I: Bring the church into the wild! [#rp14 #3]

Es folgt ein etwas längerer Beitrag in zwei (oder mehr) Teilen am Ende der re:publica 2014. Es wird vermutlich nicht der letzte Beitrag sein, der auf die #rp14 referenziert.

Ich hatte gestern hier schon geschrieben, dass mir auf der re:publica zu wenig Christentum und Kirche stattfindet. Das fällt einem vor allem dann auf, wenn man ständig irgendwelchen Kirchenmenschen über den Weg läuft, aber auf dem Sessionplan eigentlich so gar nichts finden kann, das nach Weihrauch riecht.
Und das sehe bestimmt nicht nur ich so. Ich denke, da werden mir besagte kirchenaffine Teilnehmer zustimmen. Für Leute, die die re:publica nicht kennen – wie eng auch immer man das definieren mag – könnte sich da die Frage stellen, wieso die Kirche ausgerechnet bei diesem Happening der Netzelite Präsenz zeigen sollte.
Eine Teilantwort auf diese Frage hatte ich gestern schon gegeben. Wenn es um Zukunft geht, sollte die Kirche sich immer dafür interessieren. Aber darüber hinaus gibt es, zumindest in meiner Wahrnehmung, eine Vielzahl von Anknüpfungspunkten. Beispielsweise wenn es um Menschenrechte geht.

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Das Recht und die vielen Glieder

Ich hatte im Rahmen meines Fastenbloggens das Thema Kirchenrecht bereits angerissen. Ein Bereich der mich bei der Beschäftigung mit dem Kirchenrecht von Beginn an besonders geprägt hat, ist die Kirchengliedschaft. Nicht Mitgliedschaft. Der Begriff der Mitgliedschaft suggeriert ja eine Zugehörigkeit ähnlich einer Vereinsmitgliedschaft. Das ist bei der Kirche aber gerade nicht der Fall. Wenn man einmal Glied der Kirche geworden ist, bleibt man dies für immer. Daran ändert auch der oft zitierte Kirchenaustritt nichts. Man kann sich das ganz einfach so vorstellen: Wenn ich vor dem deutschen Standesamt meinen Austritt aus der Kirche als Körperschaft des öffentlichen Rechts erkläre, nimmt der deutsche Staat diese Erklärung entgegen und streicht mich von der Mitgliederliste. Die Kirche besteht aber weltweit, nicht nur in Deutschland. Allein schon aus dieser Perspektive kann ich also gar nicht aus der weltweiten Gemeinschaft der Kirche austreten.

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„Give away predictability and control“

Dieser Tage bin ich auf YouTube über diesen Mitschnitt einer Lesung von Nadia Bolz-Weber gestolpert (wer sich die Zeit nehmen mag, wird sich auf gut hundert Minuten kurzweiliger Unterhaltung freuen dürfen). Bolz-Weber ist lutherische Pastorin einer erfrischend abgedrehten Gemeinde in Denver, CO und hat im letzten Jahr ein autobiographisches Buch veröffentlich, aus dem sie auf dem Video eben liest. Ich bin mit ihr erstmals letztes Jahr im Zusammenhang mit Kirche² in Berührung gekommen und lese, bzw. höre seither immer wieder gerne nach, was sie so zu sagen hat.

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