Die Kirche ist ein All-In-Club

„In der Ausübung des Hirtendienstes hat sich der Diözesanbischof um alle Gläubigen zu kümmern, die seiner Sorge anvertraut werden (…); er hat den apostolischen Geist auch denen zuzuwenden, die wegen ihrer Lebensumstände aus der ordentlichen Seelsorge nicht hinreichend Nutzen ziehen können, wie auch jenen, die von der religiösen Praxis abständig geworden sind.“ (c. 383 CIC/1983)

Dieser etwas sperrige Satz aus dem Kirchenrecht sagt vereinfacht gesprochen aus, dass der Bischof sich um alle Getauften seines Bistums zu sorgen hat, egal, ob sie regelmäßig in den Gottesdienst gehen und in der Pfarrei engagiert sind, oder ob sie die Kirche zuletzt vor zehn Jahren von innen gesehen haben und auch ansonsten keinen Kontakt zur Kirche haben. Der Bischof ist Hirte der gesamten Herde, nicht nur des Teils, den er regelmäßig zu Gesicht bekommt. Soweit die Theorie.

Weiterlesen

Advertisements

Ehrfurcht ist kein guter Ratgeber

030614_1259_Ehrfurchtis1.jpgNächste Woche wählt die Deutsche Bischofskonferenz einen neuen Vorsitzenden. katholisch.de hat dazu „prominente Persönlichkeiten“ nach ihrer Einschätzung gefragt, welche Fähigkeiten der neue Vorsitzende mitbringen muss und ob sie einen persönlichen Wunschkandidaten haben. Auffällig ist, dass (fast) keiner der Befragten sich traut, einen konkreten Kandidaten zu benennen.

Klar, in der Kirche macht man keine Karriere. Man bewirbt sich nicht um höhere Aufgaben. Dafür wird man ausgewählt und hat sich dann demütig in die neue Rolle einzufügen. Das ist auch richtig so. Und in diesem Sinne haben wohl die angefragten Personen auch auf die Frage nach einem Kandidaten geantwortet: Darüber spricht man nicht, das nimmt man nur wohlwollend zur Kenntnis.

Weiterlesen

Marianischer Ehrentag in Würzburg

Franken ist Marienland. Das ist nun keine Neuigkeit, sagt aber dennoch viel aus über das kirchliche Leben hier in der Region. Gestern Abend konnte man diese besondere Färbung der fränkischen Frömmigkeit in Würzburg wieder eindrucksvoll erleben.

Anlässlich des Glaubensjahres wurde der Marianische Ehrentag des 13. Oktobers besonders aufwändig gefeiert. Um 18 Uhr wurden die Feierlichkeiten im Dom mit einem Rosenkranzgebet eröffnet. Anschließend feierte Bischof Friedhelm mit über 1000 Gläubigen die Heilige Messe, welche in eine Lichterprozession zur Marienkapelle auf dem Marktplatz mündete.

Zahlreiche Fahnen und Banner marianischer Vereinigungen schmückten den Chorraum des Domes
Zahlreiche Fahnen und Banner marianischer Vereinigungen schmückten den Chorraum des Domes
In seiner Predigt ging der Bischof auf die Bedeutung des 13. Oktobers als Marianischer Ehrentag ein. Insbesondere erläuterte er die geschichtliche Bedeutung dieses Datums: Am 13. Oktober 1917 erschien zum letzten Mal im portugiesischen Fatima die Muttergottes vielen Tausenden Pilgern. Schon kurze Zeit später wurde dieses Datum von der Kirche als besonderer Marientag gefeiert. Und so eben auch in Würzburg im Jahr 2013.

Einen bemerkenswerten Satz sprach Bischof Friedhelm in seiner Predigt zur aktuellen Situation in (Nord-) Afrika und Europa hinsichtlich der Flüchtlingsproblematik: „Wir können uns in Europa nicht einschließen wie in einem Geldschrank.“ Selten habe ich ein passenderes Bild für diese Situation gehört.
An diesem Festtag der Weltkirche erhalten diese Worte besonderes Gewicht. Wir können uns eben nicht nur zu frommen und prächtigen Marienfeiern mit der Welt verbinden, sondern müssen dies insbesondere auch in der Not der Menschen tun. Ein sehr wertvoller Gedanke.

Die Prozession auf dem Weg zur Marienkapelle
Die Prozession auf dem Weg zur Marienkapelle

Der Höhepunkt der Feier war sicherlich die Lichterprozession zur Marienkapelle. Im Stile der Fatima-Feiern des Fatima-Weltapostolats (welches an der Ausrichtung der Feier maßgeblich beteiligt war) sammelten sich die vielen hundert Gläubigen – ausgerüstet mit Prozessionskerzen – um die Strahlenkranzmadonna und zogen vom Dom über Kürschnerhof, Schmalzmarkt und Schustergasse zur Marienkapelle. Wenig überraschend fanden leider nicht alle Teilnehmer Platz im gotischen Gotteshaus. Nichtsdestoweniger war das Abschlusslied „O himmlische Frau Königin“ ein bewegender Moment.

Auch wenn ich in der Stadt wohne, bin ich doch relativ selten zu Gottesdienstzeiten im Dom. Die eigene Pfarrei geht schließlich vor. Das bringt aber mit sich, dass ich fast ausschließlich zu großen Festtagen „beim Bischof“ bin. Und auch wenn die die großen Feste, wie etwa die Kiliani-Wallfahrt, immer wieder großartige Erlebnisse sind, war das gestrige Fest herausragend. Franken ist eben Marienland! Und gestern konnte – wer mochte – das einmal mehr in voller Pracht erleben.

Hunderte Gläubige beim abschließenden Marienlied in der Marienkapelle
Hunderte Gläubige beim abschließenden Marienlied in der Marienkapelle

Sicher, das wird nicht jedem ebenso viel Freude bereiten. Aber gerade in unserer Gegend gibt es eben noch viele Menschen, die eine ausgeprägte marianische Frömmigkeit leben. Ich finde es schön, dass diese traditionelle Form der Volkskirche noch so lebendig ist. Es kann der Vielfalt in der Kirche nur gut tun!

P.S.: Ein wenig mehr zum gestrigen Fest kann man im Bericht der Pressestelle des Bistums nachlesen.

P.P.S.: Ich muss mich für die schlechte Bildqualität entschuldigen. Aber mit doch etwas kältesteifen Fingern gelingen Handy-Aufnahmen nicht unbedingt besser. 😉

Die Kiliani-Wallfahrt 2013 hat begonnen!

Endlich hat sie wieder begonnen, die Kiliani-Zeit! Nein, ich meine nicht das Volksfest auf der Talavera. Dirndl-Trägerinnen und Party-Bands halten mich seit Jahren gekonnt davon ab, dort hin zu gehen. Hätte ich Freude an solchem Klamauk, könnte ich auch zum Oktoberfest nach München fahren.

Ich rede vom eigentlichen Fest, von der Kiliani-Wallfahrt zu den Reliquien der Frankenapostel. Dieses Jahr wieder im Dom!

Am Samstagabend wurde die Wallfahrt mit der Reliquienprozession von St. Burkard aus eröffnet. Nachdem ich die letzten beiden Jahre jeweils nicht an der Prozession teilnehmen konnte, war es mir dieses Jahr eine umso größere Freude!

Weiterlesen

Wunderbar zusammengefasst. . .

20130629_152835

. . .hat Bernhard Schweßinger die Tagung „In dieser Stunde der Kirche“ zum 100. Geburtstag von Julius Card. Döpfner, an der ich am Wochenende teilgenommen habe.

Ich hatte hier ja schon darauf hingewiesen. Beim Bischöflichen Pressedienst ist jetzt dieser ausführliche Bericht erschienen, bevor ich mich überhaupt daran machen konnte, meine Zusammenfassung zu schreiben. Mal sehen, ob ich das dann überhaupt noch hier einstellen werde.