Immer weiter…

Ich finde das ja ganz wunderbar, dass in Reaktion auf das unsägliche Dekret der DKB quasi stündlich neue Kommentare auftauchen, denen ich voll und ganz zustimmen kann. Schade ist nur, dass es überhaupt diese Notwendigkeit gibt, dem versammelten Kollegium der deutschen Bischöfe zu widersprechen.

Und noch trauriger stimmt mich die abzusehende Tatsache, dass all dieser Protest zu nichts führen wird. Und zwar nicht, weil die Bischöfe nicht auf des (Kirchen-) Volkes hören wollten, sondern weil die Wortführer eben jenes Kirchenvolkes sich offensichtlich nicht weiter um diese Angelegenheit kümmern. Es gibt so viel Wichtigeres…

Verweis: Immer weiter…

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Müsste man mal ausprobieren…

Was würde wohl der durchschnittliche deutsche Bischof sagen, wenn man seine standesamtliche Mitgliedschaft in „der Kirche“ beenden und somit die Kirchensteuer sparen würde, gleichzeitig aber den äquivalenten Betrag als Spende an das Bistum entrichten würde?

Vielleicht: „Vielen Dank für die Zuwendung, an der Eucharistie lass‘ ich dich trotzdem nicht mehr teilnehmen“? Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass er so konsequent wäre.

Heimliche Staatskirche

Die Deutsche Bischofskonferenz hat mit ihrem heutigen Dekret zum Kirchenaustritt (link zum pdf) einen bemerkenswerten Schritt in die falsche Richtung gemacht. Zwar wurde mit diesem Dekret die automatische Exkommunikation durch den einseitigen Kirchenaustritt formal abgeschafft, faktisch bleibt sie aber bestehen, und wird dadurch noch manifestiert.

Zur Erläuterung: Wer vor dem Standesamt bekundet, dass er fortan der öffentlich-rechtlichen Körperschaft “Kirche” nicht mehr angehören möchte – vielleicht weil er das System der Kirchensteuer nicht unterstützen mag – darf danach auch keine Sakramente mehr empfangen und im Grunde am kirchlichen Leben nicht mehr teilhaben.

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Entweltlichung jetzt!

Kath.net hat wunderbarerweise diese tolle Ansprache von Christoph Kardinal Schönborn veröffentlicht. Die Rahmenbedingungen der Rede sind zwar interessant, für den Inhalt aber im Grunde unwichtig.

Kardinal Schönborn geht in seiner Rede auf den Gedanken der Entweltlichung der Kirche ein, der mir ja auch sehr am Herzen liegt. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass ein elementares Problem der Kirche unserer Tage darin liegt, dass sie sich zu sehr in säkularen Fragen verliert. Wir, die Kirche, begreifen uns selber viel zu oft nur noch als Institution, viel zu selten als Gemeinschaft der Gläubigen, deren Auftrag die Weitergabe des Evangeliums ist. Kardinal Schönborn formuliert das so:

„Gerade in Staaten, die ein stark kooperatives Verhältnis zu den Kirchen haben – wie Deutschland oder Österreich – ist die Versuchung groß, mehr auf die eigene kirchliche Institution und Organisation zu schauen, als auf die ursprüngliche Berufung des Christen in der Welt.“

Ich bitte doch sehr darum, die Ansprache zu lesen. Es stecken sehr viele gute, wahre Gedanken darin.

Natürlich ändern gute Gedanken wenig bis nichts. Aber wir müssen uns wohl erst ein Gespür für die wirklichen Probleme verschaffen, bevor wir an deren Lösung gehen können.