Genug gemurrt. Into the wild! [#rp14 #1]

Was hab ich mich in den letzten Wochen doch geärgert. Um den Aschermittwoch hatte ich die fixe Idee, während der Fastenzeit regelmäßig und viel zu bloggen. So alle ein, zwei Tage ein kurzer Gedanke sollte doch kein Problem sein, dachte ich mir. War es aber dann doch. Ein paar Tage hatte ich es durchgehalten und dann aber wieder komplett eingestellt. Gemurrt habe ich, über mich selbst.

IMG_20140507_140134Dieses etwas altertümliche Wort verwende ich hier nicht ohne Grund. Das Verb wird im Alten Testament immer wieder bemüht, wenn es um die Unzufriedenheit des Volkes Israel mit seiner Situation geht. Da murren die Israeliten über Gott, der sie vermeintlich hat hängen lassen. Beispielsweise als ihnen die Sache mit dem Auszug aus Ägypten irgendwann zu lang wurde. Früher war alles besser.

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Die Kirche ist ein All-In-Club

„In der Ausübung des Hirtendienstes hat sich der Diözesanbischof um alle Gläubigen zu kümmern, die seiner Sorge anvertraut werden (…); er hat den apostolischen Geist auch denen zuzuwenden, die wegen ihrer Lebensumstände aus der ordentlichen Seelsorge nicht hinreichend Nutzen ziehen können, wie auch jenen, die von der religiösen Praxis abständig geworden sind.“ (c. 383 CIC/1983)

Dieser etwas sperrige Satz aus dem Kirchenrecht sagt vereinfacht gesprochen aus, dass der Bischof sich um alle Getauften seines Bistums zu sorgen hat, egal, ob sie regelmäßig in den Gottesdienst gehen und in der Pfarrei engagiert sind, oder ob sie die Kirche zuletzt vor zehn Jahren von innen gesehen haben und auch ansonsten keinen Kontakt zur Kirche haben. Der Bischof ist Hirte der gesamten Herde, nicht nur des Teils, den er regelmäßig zu Gesicht bekommt. Soweit die Theorie.

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Wie auch wir

Mit der eigenen Schuld umzugehen ist nicht leicht, aber fast noch schwerer scheint mir dieser Tage der Umgang mit fremder Schuld. Ich bin ein Anhänger des FC Bayern München und allein schon aufgrund meines Lebensalters werde ich diesen Club immer mit Uli Hoeneß verbinden. Dieser steht nun vor Gericht, weil er, gelinde gesagt, einen riesigen Bock geschossen hat. Das anzuerkennen, fällt mir nicht schwer. Es ist keine große Herausforderungen, auch ein relativ abstraktes Steuervergehen als Ungerechtigkeit gegenüber der Gesellschaft und damit als Schuld zu erkennen.

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Das Recht und die vielen Glieder

Ich hatte im Rahmen meines Fastenbloggens das Thema Kirchenrecht bereits angerissen. Ein Bereich der mich bei der Beschäftigung mit dem Kirchenrecht von Beginn an besonders geprägt hat, ist die Kirchengliedschaft. Nicht Mitgliedschaft. Der Begriff der Mitgliedschaft suggeriert ja eine Zugehörigkeit ähnlich einer Vereinsmitgliedschaft. Das ist bei der Kirche aber gerade nicht der Fall. Wenn man einmal Glied der Kirche geworden ist, bleibt man dies für immer. Daran ändert auch der oft zitierte Kirchenaustritt nichts. Man kann sich das ganz einfach so vorstellen: Wenn ich vor dem deutschen Standesamt meinen Austritt aus der Kirche als Körperschaft des öffentlichen Rechts erkläre, nimmt der deutsche Staat diese Erklärung entgegen und streicht mich von der Mitgliederliste. Die Kirche besteht aber weltweit, nicht nur in Deutschland. Allein schon aus dieser Perspektive kann ich also gar nicht aus der weltweiten Gemeinschaft der Kirche austreten.

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