Wunderbar zusammengefasst. . .

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. . .hat Bernhard Schweßinger die Tagung „In dieser Stunde der Kirche“ zum 100. Geburtstag von Julius Card. Döpfner, an der ich am Wochenende teilgenommen habe.

Ich hatte hier ja schon darauf hingewiesen. Beim Bischöflichen Pressedienst ist jetzt dieser ausführliche Bericht erschienen, bevor ich mich überhaupt daran machen konnte, meine Zusammenfassung zu schreiben. Mal sehen, ob ich das dann überhaupt noch hier einstellen werde.

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„In dieser Stunde der Kirche. . .“

Julius Card. Döpfner (CC BY-SA commons.wikimedia.org/wiki/User:Ekpah)
Julius Card. Döpfner
(CC BY-SA commons.wikimedia.org/wiki/User:Ekpah)

. . .war nicht nur einer der Lieblingssätze von Julius Card. Döpfner, sondern betitelt auch eine Tagung über Döpfner, welche morgen und übermorgen in Bad Kissingen stattfinden wird. Veranstalter ist die Katholische Akademie Domschule.

Julius Döpfner wurde 1913 in Hausen bei Bad Kissingen geboren, war von 1948 bis 1957 Bischof von Würzburg, anschließend bis 1961 Bischof von Berlin und dann bis zu seinem frühen Tod 1976 Erzbischof von München und Freising. Als einer der vier Konzilsmoderatoren hatte er eine wichtige Rolle im Zweiten Vatikanischen Konzil, was sich auch durch seine engen, teils freundschaftlichen Beziehungen zu den Konzilspäpsten Johannes XXIII. und Paul VI. ausdrückte.

Zu seinem 100. Geburtstag findet in den nächsten zwei Tagen also eine Tagung mit zahlreichen hochkarätig besetzten Beiträgen statt. Den Festvortrag zur Eröffnung wird Karl Card. Lehmann halten.

Wer sich weiter zu der Veranstaltung informieren möchte, kann das entweder direkt auf der Seite der Domschule tun, oder auch nur die kurze Meldung vom Pressedienst des Bischöflichen Ordinariats Würzburg lesen.

Ach ja: Ich werde im Rahmen eines Seminars zu Döpfner an der Tagung teilnehmen. Und, wenn es sich ergibt, hier auch davon berichten.

Mein Adoptivkind.

Giuseppe Bertello wurde am 1. Oktober 1942 in Foglizzo bei Turin in Norditalien geboren. Nach dem Theologiestudium wurde er mit 24 Jahren zum Priester geweiht. Im Anschluss begann er eine Ausbildung an der Päpstliche Diplomatenakademie Pontificia Ecclesiastica Academia und trat in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls ein. Nach Stationen in verschiedenen Nuntiaturen und Missionen wurde er selbst 1987 erstmals zum Nuntius für Ghana, Togo und Benin ernannt. Im gleichen Jahr empfing er die Bischofsweihe. 1995 bis 2000 war er der Apostolische Nuntius bei den Vereinten Nationen. 2007 bis 2011 war er Apostolischer Nuntius in Italien und San Marino. Ende 2011 wurde er von Papst Benedikt zum Präsidenten der Päpstlichen Kommission für den Staat der Vatikanstadt und zum Präsidenten des Governatorats des Staats der Vatikanstadt, also zum Regierungschef des Vatikans ernannt. 2012 nahm ihn der Papst in das Kardinalskollegium auf.

Das alles weiß ich aus der Wikipedia. Und wieso erzähle ich das?

Ganz einfach. Ich habe Kardinal Bertello adoptiert. Auf dieser Seite der Jugend 2000 kann man Kardinäle “adoptieren”, die am Konklave teilnehmen werden. Das bedeutet, dass man zufällig einen der Kardinäle zugewiesen bekommt – in meinem Fall eben Bertello – für den man dann während der Zeit der Sedisvakanz (und in den drei Tagen nach der erfolgreichen Wahl) beten soll. Bis jetzt haben das schon über 260.000 Leute getan.

Ich finde das eine ganz großartige Idee. So bekommt man wirklich das Gefühl, seinen kleinen Teil zur Wahl des nächsten Papstes beizutragen. Ich hoffe auch, dass Kardinäle von dieser Aktion etwas mitbekommen, damit sie ihrerseits auch wissen, dass mit ihren Beratungen und der wichtigen Entscheidung nicht allein sind, sondern dass ständig viel tausend Menschen auf der ganzen Welt an sie denken.

Falls ihr noch keinen Kardinal adoptiert habt: Tut es bitte! Das tägliche Gebet hört sich vielleicht für den ein oder anderen etwas anstrengend an, muss es aber gar nicht sein.

Ich habe beispielsweise einfach auf meinem Smartphone einen zusätzlichen Homescreen eingerichtet, auf dem ich ein Bild des Kardinals und sein Wappen hinterlegt habe. Ich habe das Gerät ja nun wirklich ständig in der Hand und so fallen mir die Bilder mehrmals täglich – wenn auch nur flüchtig – ins Auge. So denke ich unweigerlich immer wieder an diesen Mann, der eine so wichtige Entscheidung mitzutragen hat. Tägliches Gebet heißt so für mich eben nicht, dass ich mir jeden Tag eine halbe Stunde Zeit dafür nehme und vielleicht einen Rosenkranz bete, sondern dass ich immer wieder mal einen Gedanken und ein kleines Stoßgebet für ihn übrig habe.

Screenshot Bertello
Screenshot meines Smartphones

Wasser auf die Mühlen.

So habe ich heute Nachmittag getwittert. Doch worum ging’s?

Ich saß gerade im Bus und hatte ein paar Minuten vorher den link zu diesem Text entdeckt. Es handelt sich dabei um die (reichlich späte, wenn ich das richtig sehe) Reaktion von Kardinal Meisner auf die Ergebnisse des Dialogprozesses im Kölner Diözesanrat.

Inhaltlich ist über das Schreiben eigentlich gar nicht so viel zu sagen. Er bedankt sich bei den Laien für ihre wichtige Arbeit, würdigt ihr offenkundiges Interesse an der Entwicklung der Kirche und teilt mit, dass gewisse Punkte lehramtlich so feststehen, dass sie in diesem Dialogprozess nunmal nicht zur Disposition stehen. So weit, so gehabt.

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Entweltlichung jetzt!

Kath.net hat wunderbarerweise diese tolle Ansprache von Christoph Kardinal Schönborn veröffentlicht. Die Rahmenbedingungen der Rede sind zwar interessant, für den Inhalt aber im Grunde unwichtig.

Kardinal Schönborn geht in seiner Rede auf den Gedanken der Entweltlichung der Kirche ein, der mir ja auch sehr am Herzen liegt. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass ein elementares Problem der Kirche unserer Tage darin liegt, dass sie sich zu sehr in säkularen Fragen verliert. Wir, die Kirche, begreifen uns selber viel zu oft nur noch als Institution, viel zu selten als Gemeinschaft der Gläubigen, deren Auftrag die Weitergabe des Evangeliums ist. Kardinal Schönborn formuliert das so:

„Gerade in Staaten, die ein stark kooperatives Verhältnis zu den Kirchen haben – wie Deutschland oder Österreich – ist die Versuchung groß, mehr auf die eigene kirchliche Institution und Organisation zu schauen, als auf die ursprüngliche Berufung des Christen in der Welt.“

Ich bitte doch sehr darum, die Ansprache zu lesen. Es stecken sehr viele gute, wahre Gedanken darin.

Natürlich ändern gute Gedanken wenig bis nichts. Aber wir müssen uns wohl erst ein Gespür für die wirklichen Probleme verschaffen, bevor wir an deren Lösung gehen können.