Wie ich mich mit einem Integrationspreisträger anlegte.

Ihr kennt das sicher. Manchmal stolpert man über Meldungen, die einen so dermaßen auf die Palme bringen, dass man einfach nicht ruhig bleiben kann.

So ging es mir heute bei dieser Meldung. Da hat Bushido (Ihr wisst schon, dieser Rapper, der 2011 für seine Tolle Integrationsleistung ausgezeichnet wurde) ein neues Stück produziert, in dem Munter Hass und Gewalt gefeiert wird. Auch wenn es schwer fällt, lohnt es sich, diesen Mist einfach einmal anzuhören.

Während nun einige meiner (Facebook-)Freunde laut Selbstaussage mit einer Strafanzeige gegen den Mann reagierten, habe ich nur einfach auf Twitter eine rhetorische Frage gestellt. Was darauf folgte überrascht mich zwar nicht, wirklich damit gerechnet hätte ich jedoch nicht.

Aber lest selbst:

[View the story „Ab in die Ecke.“ on Storify]

Ich blogge das hier nicht als Selbstdarstellung. Ich sehne letztlich einfach nur dem Tag entgegen, an dem wir solchen Mist nicht mehr ertragen brauchen. Und wenn ich zur Erreichung dieses Traums einen kleinen, bescheidenen Beitrag leisten kann, bin ich schon zufrieden.

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Was ist die Sünde?

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Memento mori. Oder: „Aber sie dir bewusst, dass Gott dich für all das vor Gericht ziehen wird.“ (Koh 11, 9b)

Ein Dozent sprach heute in einer Vorlesung über die Entwicklung der Bußpraxis in der alten Kirche von der Unterscheidung zwischen der juristischen und der therapeutischen Funktion der Buße.

Eine wichtige Erkenntnis schon in der Antike war die Eigenschaft der Sünde als innere Krankheit.

So könnte man beispielsweise sagen, dass Händler, die skrupellos unmoralische Finanzgeschäft tätigen, von einer inneren Gier nach Mehr getrieben sind. So weit, so einverstanden.

Er brachte dann das Beispiel Uli Hoeneß. Das ließ mich aufhorchen, wohl auch, weil mir die Causa immer noch Kopfzerbrechen bereitet. Immerhin ist Hoeneß für mich als Bayernfan nach wie vor eine wichtige Person.

Der Dozent nahm dann Bezug auf ein Hoeneß-Interview, in welchem dieser sagte, dass er bei seinen Spekulationen wie ein Getriebener gehandelt hätte. Es ging ihm gar nicht so sehr um den Gewinn, als vielmehr um das Handeln an sich.

Sie Sünde des Uli Hoeneß, so der Professor, wäre demnach ein Folge seines Nachgebens gegenüber der inneren Schwachheit gewesen.

Ich habe dann noch darüber nachgedacht und war damit irgendwie nicht einverstanden. Und mir ist schließlich auch eingefallen wieso: Die Sünde des Uli Hoeneß ist, wenn man der gesellschaftlichen Debatte folgt, doch gar nicht gewesen, dass er gezockt hat. Wahrscheinlich hätte man ihn noch nicht einmal als Sünder angesehen, wenn er dubios, skrupellos, unmoralisch gezockt hätte.

Die Sünde des Uli Hoeneß war, dass er den Rest der Gesellschaft nicht daran beteiligt hat. Er hat seinem inneren Drang nach Zocken nachgegeben, was wir eigentlich gut finden, war aber dann so frech und hat uns vom Kuchen kein Stück abgegeben.

Was sagt das über uns? Was sagt das über Uli Hoeneß?

Wunderbar zusammengefasst. . .

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. . .hat Bernhard Schweßinger die Tagung „In dieser Stunde der Kirche“ zum 100. Geburtstag von Julius Card. Döpfner, an der ich am Wochenende teilgenommen habe.

Ich hatte hier ja schon darauf hingewiesen. Beim Bischöflichen Pressedienst ist jetzt dieser ausführliche Bericht erschienen, bevor ich mich überhaupt daran machen konnte, meine Zusammenfassung zu schreiben. Mal sehen, ob ich das dann überhaupt noch hier einstellen werde.

„In dieser Stunde der Kirche. . .“

Julius Card. Döpfner (CC BY-SA commons.wikimedia.org/wiki/User:Ekpah)
Julius Card. Döpfner
(CC BY-SA commons.wikimedia.org/wiki/User:Ekpah)

. . .war nicht nur einer der Lieblingssätze von Julius Card. Döpfner, sondern betitelt auch eine Tagung über Döpfner, welche morgen und übermorgen in Bad Kissingen stattfinden wird. Veranstalter ist die Katholische Akademie Domschule.

Julius Döpfner wurde 1913 in Hausen bei Bad Kissingen geboren, war von 1948 bis 1957 Bischof von Würzburg, anschließend bis 1961 Bischof von Berlin und dann bis zu seinem frühen Tod 1976 Erzbischof von München und Freising. Als einer der vier Konzilsmoderatoren hatte er eine wichtige Rolle im Zweiten Vatikanischen Konzil, was sich auch durch seine engen, teils freundschaftlichen Beziehungen zu den Konzilspäpsten Johannes XXIII. und Paul VI. ausdrückte.

Zu seinem 100. Geburtstag findet in den nächsten zwei Tagen also eine Tagung mit zahlreichen hochkarätig besetzten Beiträgen statt. Den Festvortrag zur Eröffnung wird Karl Card. Lehmann halten.

Wer sich weiter zu der Veranstaltung informieren möchte, kann das entweder direkt auf der Seite der Domschule tun, oder auch nur die kurze Meldung vom Pressedienst des Bischöflichen Ordinariats Würzburg lesen.

Ach ja: Ich werde im Rahmen eines Seminars zu Döpfner an der Tagung teilnehmen. Und, wenn es sich ergibt, hier auch davon berichten.

Reformstau auflösen jetzt!

Ich muss mich gerade mal wieder über „meinen Chef“ ärgern. Der Chef ist der Vorsitzende des Würzburger Diözesanrats und da ich sowohl Mitglied meines Pfarrgemeinderates, als auch des Dekanatsrates bin – in welchem besagter Diözesanratsvorsitzender ebenfalls Mitglied ist – kann ich ihn wohl indirekt als meinen Chef bezeichnen.

In einem Interview mit der Radioredaktion des Bistums Würzburg wurde er gefragt, was er denn machen würde, wenn er Papst wäre. Ein kleines, harmloses Gedankenspiel; eigentlich. Hier das Interview zum nachhören:

Ich habe dazu gerade bei Facebook einen Kommentar abgegeben, den ich hier mal einfüge:

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