Im Wald hinterm Haus

Ein später Samstagnachmittag im frühen März. Ich beschließe, das wunderbare Frühlingswetter zu nutzen. Ich gehe also nicht direkt zum Supermarkt, sondern folge erst einmal der Straße; herausfinden, was eigentlich nach der übernächsten Kreuzung kommt.

Erst der Ortsrand, dann der Wald, ein steiler Anstieg, daneben ein Bach, oben strahlender Sonnenschein. Herrlich, so ein Wald hinterm Haus.

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Island, Teil 3.

Island ist merklich amerikanisch geprägt. Kein Wunder, immerhin sind es nur wenige Flugstunden bis zur Ostküste der USA. So ist es wohl auch für viele Amerikaner eine echte Alternative zum europäischen Festland; urlaubsmäßig.
Die Isländer dürften sich im Allgemeinen eher darüber freuen. Immerhin lässt es sich den Best Agern aus den Staaten ganz gut die Dollars aus der Tasche ziehen. Leider geschieht das aber vorzugsweise an solchen Orten, an denen man eigentlich die unberührte isländische Natur genießen wollte.

Auf dem Programm standen heute die drei Ziele des sogenannten Golden Circle: Thingvellir, die Kontinentalspalte zwischen Amerika und Europa, wo vor über 1000 Jahren das isländische Parlament begründet wurde, Geysir, jene Heißwasserquelle, die allen artverwandten den Namen leiht, und der gigantische Wasserfall Gullfoss.

An allen Zielen finden sich mittlerweile große Busparkplätze mit angeschlossenem Besucherzentrum (Cafeteria und Giftshop). Und das ist auch bitter nötig: Am Geysir wurde das Gebäude gerade erst von Busladungen amerikanischer Kreuzfahrttouristen heimgesucht.

Natürlich sind diese Orte trotz des Pauschaltourismus faszinierend. Landschaften, aus denen unvermittelt kochendes Wasser und Dampfschwaden emporsteigen, sind einfach besonders. Genauso wenig alltäglich ist eine Wanderung zwischen zwei Kontinenten. Und mit Wanderstiefeln und Outdoorkleidung ausgerüstet erreicht man auch Orte jenseits der turnschuhtauglichen Touristenpfaden, über die sich die geführten Gruppen bewegen.

Nichtsdestoweniger scheint es bedenklich. Diese Ansätze von Massentourismus wirken extrem deplatziert; wie ein Versuch, eine Landschaft den wirtschaftlichen Wünschen des Menschen zu unterwerfen, welche dem Menschen wie wenige andere seine Grenzen aufzeigt. Ein Problem, das mir schon an vielen anderen Orten aufgefallen ist. Aber selten hat es mich so geärgert wie heute.