„Umbruch – Wandel – Kontinuität. 312 – 2012.“ #7

Vorab: Der nächste Beitrag der Beitragsreihe zur Ringvorlesung der Katholisch-Theologischen Fakultät der Uni Würzburg.

Nota bene: Bis auf den Schlussabsatz mit meinem persönlichen Fazit folgen alle Aussagen dem Vortrag des Referenten. Es gilt also natürlich das gesprochene Wort!

Prof. Dr. Heribert Hallermann:
“Entweltlichung – Ein Programm für die Kirche der Zukunft?”
Mittwoch, 23. Januar 2013

Zum Eingang des Vortrages zitiert Prof. Dr. Hallermann aus dem Kirchenlied “Mir nach, spricht Christus, unser Held” (GL 616): “‘Mir nach’, spricht Christus, unser Held, ‘mir nach, ihr Christen, alle! Verleugnet euch, verlasst die Welt, folgt meinem Ruf und Schalle; nehmt euer Kreuz und Ungemach auf euch, folgt meinem Wandel nach.’”

In diesem Lied aus dem 17. Jahrhundert wird scheinbar bereits eine Entweltlichung besungen, wie sie spätestens seit der sogenannten Freiburger Rede von Benedikt pp. XVI. wieder auf der Tagesordnung der Kirche steht. Im Gegensatz zur Freiburger Rede wird im Gotteslob diese vermeintliche Weltflucht aber durch eine Anmerkung erläutert und in einen Kontext gestellt: “‘Welt’ wird vom Dichter hier als Inbegriff des Gottwidrigen verstanden. Fern davon, Weltflucht zu predigen, ruft sein Lied gerade zur Bewährung der Nachfolge Jesu in der Welt auf.”

Eben diesen erläuternden Kontext lässt die Freiburger Rede vermissen. Die fehlende Vermittlung zwischen dem überzeitlichen Topos und einer konkret historischen Umsetzung führt zu einer problematischen Missverständlichkeit.

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„Umbruch – Wandel – Kontinuität. 312 – 2012.“ #6

Vorab: Der nächste Beitrag der Beitragsreihe zur Ringvorlesung der Katholisch-Theologischen Fakultät der Uni Würzburg weiter.

Nota bene: Bis auf den Schlussabsatz mit meinem persönlichen Fazit folgen alle Aussagen dem Vortrag des Referenten. Es gilt also natürlich das gesprochene Wort!

Prof. Dr. Dr. Gerhard Droesser:
“Schwache Resonanzen – systemtheoretische Erwägungen.”
Mittwoch, 16. Januar 2013

Um den Strukturaufbau der modernen Gesellschaft (in Deutschland) zu verstehen, müssen einige bedeutsame Stationen Beachtung finden. Zudem darf die sogenannte säkulare Gesellschaft nicht oberflächlich als unchristlich bezeichnet werden. Vielmehr handelt es sich dabei um eine spezifische Weiterentwicklung des Christentums als gesellschaftstragendem System. Man kann im historischen Überblick feststellen, dass Gott sich in allen Epochen und Kulturen auf je eigene Weise zu erkennen gibt.

Für unsere Zeit und Kultur ist vor allem die Selbstdeutung des Individuums als das tragende philosophisch-geistliche Prinzip prägend. Dies hat zwangsläufig auch eine besondere Implikation für die Gesellschaft, die ja mehr als die Summe der Individuen ist. Bei der Ausdeutung dieser Implikation und der möglicherweise notwendigen Richtungsweisung hält sich die christliche Ethik jedoch im Hintergrund, bzw. wird im Hintergrund gehalten. Ihre vorrangige Aufgabe wäre es, zu erklären, an wen sie sich wendet und warum.

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„Umbruch – Wandel – Kontinuität. 312 – 2012.“ #5

Vorab: Der nächste Beitrag der Beitragsreihe zur Ringvorlesung der Katholisch-Theologischen Fakultät der Uni Würzburg weiter.
Nota bene: Bis auf den Schlussabsatz mit meinem persönlichen Fazit folgen alle Aussagen dem Vortrag des Referenten. Es gilt also natürlich das gesprochene Wort!

Prof. Dr. Wolfgang Weiß:
“Petrus oder Konstantin? Aspekte eines abendländischen Langzeitkonflikts.”
Mittwoch, 09. Januar 2013

1. Erschließung der Fragestellung

Die plakative Fragestellung des Titels unterstellt zwar, dass eigentlich keine weitere Einleitung in den Vortrag notwendig wäre, am Beginn der Auseinandersetzung mit dem genannten Langzeitkonflikt steht dennoch eine Einführung in das Thema.

Petrus und Konstantin stehen pars pro toto für den Papst und den Kaiser, welche wiederum für die Frage nach einer sinnvollen Zuordnung von geistlicher und weltlicher Macht stehen. Diese Frage steht spätestens seit der konstantinischen Wende auf der Tagesordnung der christlichen Selbstfindung. Der angesprochene Langzeitkonflikt besteht demnach in der Suche nach einem adäquaten System für die westliche Kirche.

Ein besonderer Fokus soll darüber hinaus auf den Mikrokosmos der Würzburger Kirche gelegt werden.

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“Umbruch – Wandel – Kontinuität. 312 – 2012.” #4

Vorab: Der nächste Beitrag der Beitragsreihe zur Ringvorlesung der Katholisch-Theologischen Fakultät der Uni Würzburg weiter.

Mit einigen Wochen Abstand, aber immerhin pünktlich vor Weihnachten hier noch der vierte und letzte Teil für 2012. Die Ringvorlesung geht dann erst im nächsten Jahr weiter.

Nota bene: Bis auf den Schlussabsatz mit meinem persönlichen Fazit folgen alle Aussagen dem Vortrag des Referenten. Es gilt also natürlich das gesprochene Wort!

Prof. Dr. Martin Stuflesser:
“Im Spannungsfeld zwischen Kreuz und Krone: Liturgie im öffentlichen Raum.”
Mittwoch, 28. November 2012


1. Einleitung: Zwischen Kreuz und Krone – die Beschreibung eines Spannungsfeldes

Das Spannungsfeld zwischen Kreuz und Krone zeichnet sich begrifflich durch eine Doppeldeutigkeit aus. Dabei geht es um den Begriff des öffentlichen Raumes. Dieser kann einerseits der physische, öffentliche Platz sein, andererseits aber auch der Bereich des öffentlichen Gesprächs, der gesellschaftlichen Debatte.

Man kann diese Doppeldeutigkeit schön am Beispiel der Geschichten von Don Camillo und Peppone veranschaulichen. In diesen Erzählungen kommt es immer wieder vor, dass sich der Dorfpfarrer und der Bürgermeister tatsächlich auf dem Marktplatz in einem Gerangel ergeben. Auf dem tatsächlichen öffentlichen Platz also. Viel wichtiger ist aber ihr Streit im öffentlichen Raum des Ortes, welcher letztlich zum Hauptgesprächsthema wird und das Dorf in zwei Lager teilt. Rein ideell.

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“Umbruch – Wandel – Kontinuität. 312 – 2012.” #3

Vorab: Der nächste Beitrag der Beitragsreihe zur Ringvorlesung der Katholisch-Theologischen Fakultät der Uni Würzburg weiter.
Zur Verspätung sag ich einfach mal nix. 😉
Nota bene: Bis auf den Schlussabsatz mit meinem persönlichen Fazit folgen alle Aussagen dem Vortrag des Referenten. Es gilt also natürlich das gesprochene Wort!

Prof. Dr. Dominik Burkard:
“Bonus oder Ballast? Der Papst und sein Staat.”
Mittwoch, 21. November 2012

Der altbekannte Satz von der Ecclesia semper reformanda lässt sich auch bei der Beschäftigung mit dem Kirchenstaat sehr gut anbringen. Besonders interessant wird er in diesem Zusammenhang, wenn man hinzufügend das Wort von der reformatio in capite et in membris betrachtet.

Papst Benedikt XVI. hat, als Oberhaupt der Kirche, bei seiner berühmt gewordenen Freiburger Rede (25.09.2011) eine Entweltlichung der Kirche eingefordert. Unabhängig von der tatsächlichen Intention dieser Aufforderung, erwächst aus der Zweischneidigkeit derlei Aufrufe immer ein Problem. Die Frage ist nämlich, inwiefern eine Entweltlichung überhaupt denkbar ist, inwiefern die Weltlichkeiten der Kirche akzidentell oder substanziell für Glaube, Religion und Kirche sind.

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